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27.09.1985 - 

Paderborner ziehen Schlußstrich unter Elbit-Entwicklung - BASF wird Zwischenhändler:

Nixdorf deckt Performance-Bedarf bei Hitachi

MÜNCHEN - Die Nixdorf AG wird in absehbarer Zeit die 8890-Rechner durch eine Maschinen-Serie von Hitachi nach oben ergänzen. Verblüffend allerdings ist, daß die Paderborner die Nippon-Computer nicht direkt von den Japanern, sondern über die BASF AG in Ludwigshafen ordern werden.

Gerüchte über eine westfälisch-japanische Annäherung im Kapazitäts-Bereich oberhalb der 8890-Leistung hatte es schon auf der jüngsten Hannover-Messe gegeben. Daß die Japaner den Managern an der Pader nicht unwillkommen sind, beweist ihr seit wenigen Monaten vertriebener tragbarer Computer. Er stammt aus dem Hause Panasonic.

Die Spekulationen um eine weitere Liaison der Nixdorf AG mit den Japanern im Rechnerbereich scheinen sich jetzt zu konkretisieren. Gutunterrichtete Kreise bekräftigen, daß Nixdorf und BASF in den nächsten zwei Wochen eine "gemeinsam abgestimmte Erklärung" abgeben wollen.

In ihr Produktspektrum nimmt Nixdorf dem Vernehmen nach den Hitachi-Rechner "M 240" auf. Die Maschine, in der Grundversion mit einer Leistung von etwa 1,4 MIPs, wird von der BASF unter der Typenbezeichnung "7/6X" und von NAS als "AS 66X" vertrieben. Beide Firmen bieten eine breite Palette von Hitachi-Systemen an. In die Reihe der PCM-Anbieter möchte Nixdorf sich gleichwohl nicht eingeordnet wissen. Schwerpunkt soll weiterhin die Hauspolitik bleiben, schlüsselfertige Lösungen anzubieten.

Entscheidend für das Interesse Nixdorfs an Hitachi ist die mittlerweile dürftige Leistung des 8890-Rechners, der mit 0,7 MIPs seinen Zenit erreicht hat. Die Entwicklung dieses Computers geht auf das Konto der israelischen Elbit, die aber offensichtlich bei der Verbesserung des Nixdorfer Top-Systems passen muß.

Will Nixdorf keine Kunden verlieren und auch in Zukunft noch ein Wort im Rechnergeschäft mitreden, muß die Gesellschaft den steigenden Performance-Bedarf ihrer Anwender berücksichtigen. Der "M 240" von Hitachi läßt sich bis zu einer Kapazität von 2,5 MIPs ausbauen. Gleichzeitig könnte es den Paderbornern gelingen, ihr flügellahmes 8890-Geschäft (bei Umsatzzahlen ziert sich Nixdorf stets) mit der Aufstockung des Leistungsspektrums anzukurbeln. Ein Nixdorf-Sprecher: "Wir sagen nichts - das ist die offizielle Stellungnahme des Hauses."

Im Markt ruft jedoch Erstaunen hervor, daß als Zwischenhändler die BASF agiert. In Ludwigshafen gibt man klar zu verstehen: "Es wird keine direkte Zusammenarbeit zwischen Hitachi und Nixdorf geben." Sollte für die Westfalen tatsächlich die BASF zwischengestaltet sein, könnten dies für Branchenbeobachter möglicherweise vertragliche Abmachungen zwischen Hitachi und dem Konzern am Rhein sein. Bliebe die Frage nach dem Status von NAS.

Ungefährlich dürften die Aktivitäten des Vorzeigeunternehmens deutscher Wirtschaftspolitiker an der Pader in dem erweiterten Leistungsspektrum für die BASF nicht ein. Sie macht im unteren Leistungsspektrum mit der 7/6X-Serie knapp 80 Prozent ihres Geschäftes und befindet sich demnach in diesem Sektor in direkter Konkurrenz zu Nixdorf. Die Paderborner verfügen im Gegensatz zur BASF über ein sehr engmaschiges Vertriebsnetz - und das weltweit. Ein Marktanalyst: "Die Frage ist, wie wird sich Hitachi entscheiden, wenn man einen Partner hat, der mehr verkauft als andere".

Insider glauben zu wissen, daß die BASF-Verantwortlichen Anfang Oktober in einer außerordentlichen Sitzung über ihre zukünftigen Marschrichtungen des Bereiches Datentechnik beraten wollen. Eines scheint sicher: Über die Gestaltung der Preise und Konditionen kann die BASF das Geschäft von Nixdorf in dem neuen Performance-Segment noch steuern.