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Österreich-Tochter macht es der Paderborner Zentrale nach:


24.04.1987 - 

Nixdorf erhält Riesen-Auftrag von Spardat

Wien (CWÖ) - Nachdem die Nixdorf AG in Paderborn erst unlängst einen Super-Auftrag von der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit (BfA) einfahren konnte, ist nun die Österreich-Niederlassung an der Reihe: Sie erhielt den Zuschlag für die Lieferung des "Communication and Terminal System" (Cats) in den österreichischen Sparkassen.

In den späten Nachmittagsstunden des 31. März konnten Geschäftsführung und Mitarbeiter von Nixdorf Österreich aufatmen: Der zentrale Exekutivausschuß der Spardat-Buchungsgemeinschaft der Sparkassen beauftragte Nixdorf mit der Lieferung, Installation und Wartung des neuen komplexen Bank- und Büroautomationssystems.

Spardat-Direktor Walter Domandl sprach von einer "eindeutigen Entscheidung des Ausschusses, in dem die Spardat-Sparkassen aus allen Bundesländern vertreten sind. Nixdorf habe letztendlich bei allen Bewertungen am besten abgeschlossen. Die Verfügbarkeit von Hard- und Software garantiere zudem, daß die Spardat termingerecht Ende dieses Jahres mit dem Pilotbetrieb in einem Institut beginnen könne. Ursprünglich waren es fünf Anbieter, die auf Einladung der Spardat an der "Cats"-Ausschreibung teilgenommen hatten. Ende Februar waren es noch drei, dann zwei - und schließlich nur noch einer: Nixdorf mit der Unix-orientierten Targon-Produktfamilie und dem multifunktionalen Arbeitsplatz PWS, der Professional Workstation.

Ziel der Spardat ist es, mit neuen Arbeitsplatzsystemen ein neues Instrument der Bank- und Büroautomation in allen Instituten des Sparkassensektors einzusetzen. Die seit vielen Jahren verwendeten "Barbara"-Terminals von Philips sollen nach und nach abgelöst werden, weil sie die künftigen Erfordernisse computerunterstützter Sachbearbeitung nicht erfüllen. Bis 1995 werden nun an die 5000 Universalarbeitsplätze von Nixdorf im Back- als auch im Frontoffice die alten Terminals Stück für Stück ersetzen. Wert dieses Auftrages: An die 700 bis 800 Millionen Schilling, nur für die Hard- und Software, ohne Wartung. Dabei umfaßt die Hardware nicht nur die Targon-Rechner und die PWS, sondern auch Peripheriegeräte wie Schalterdrucker, optische Belegleser, Selbstbedienungskomponenten und digitale Telefonsysteme.

Fairerweise muß erwähnt werden, daß bis zur ersten Vorentscheidung alle Anbieter - Philips Data, Siemens, Wang, Unisys/Burroughs und Nixdorf - gut im Rennen lagen. Daß Nixdorf Sieger im Kampf um den großen Brocken wurde, mag daran liegen, daß der Paderborner Computerkonzern, der immerhin im europäischen Markt für Bankenterminals einen Anteil von mehr als 40 Prozent für sich verbuchen kann, aufgrund der Erfahrungen die Anforderungen der Spardat am besten erfüllt.

Walter Domandl wies mit der Bemerkung: "Preislich lagen alle Anbieter etwa gleich", Spekulationen um einen harten Preiskampf zurück. Nixdorf wird somit zum Hauptlieferanten des Spardat-Sparkassensektors, denn seit etlichen Jahren setzen die Institute sowohl die Nixdorf-Banking-Computer 8864 als auch Selbstbedienungskomponenten wie Geldausgabeautomaten und Kontoauszugsdrucker ein.

Kein Wunder also, daß Nixdorf-Österreich-Chef Alfred Moser "stolz auf den beispielhaften Einsatz der Teams aus Österreich und der Zentrale in Paderborn ist" und von "Cats" als "einem der innovativsten unter Unixtransaktionsorientierten Systeme" im Geldinstitut-Bereich für das Front- und Backoffice, für Selbstbedienungskomponenten und Telekommunikation, spricht. Seiner Ansicht nach bedeute die Entscheidung der Spardat für Nixdorf einen "Schlüsselauftrag, der für die nächsten Jahre in Österreich bestimmend sein wird".