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28.01.1983 - 

Das neue Modell 10 kommt in einem SNA-Netzwerk ohne Vtam aus:

Nixdorf erweitert 8890-Serie um DDP-Rechner

BERLIN (CW) - Als DDP-System in IBM-Umgebungen sieht die Nixdorf Computer GmbH, Paderborn, das neue und kleinste Modell 10 ihrer Rechnerfamilie 8890. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen auf einer Pressekonferenz in Berlin neue Festplattenlaufwerke an und stellte den IBM-kompatiblen Bildschirmarbeitsplatz 8270 vor. Für die Entwicklung eines ausfallgeschützten Rechnersystems arbeitet Nixdorf ab sofort mit der amerikanischen Parallel Computer Systems, New Jersey, zusammen.

Die 8890/10 ist nach Nixdorf-Angaben speziell für den Einsatz in Netzwerken und im Büro konzipiert worden. So wurden Band- und Plattenlaufwerke in den Rechner integriert und das Modell mit DFÜ-Leitungsanschlüssen ausgestattet. Sie werden, ebenso wie die angeschlossene Speicherperipherie, von mikroprogrammierten Prozessoren gesteuert, die unabhängig von der CPU arbeiten. Der DFÜ-Prozessor unterstützt, dabei die Prozeduren Start/Stop, BSC sowie SDLC gleichzeitig.

Zusammen mit der hauseigenen Kommunikationssoftware kann das Modell 10, so Nixdorf, als SNA-Terminalsystem oder -Datenstation arbeiten. Wie die anderen 8890-Modelle ist die 8890/10 wegen ihrer /370-Verträglichkeit auch als zentraler Rechner in SNA-Netzen einsetzbar. An Betriebssystemen stehen NIDOS/VSE, DOS/VSE, SSX/VSE und VM zur Verfügung. In Verbindung mit dem neuen Computer stellte Nixdorf zwei Festplattenlaufwerke vor. Die 100-MB-Version arbeitet im CKD-Modus (Count Key Data), das zweite Gerät mit 129 MB Speicherkapazität im FBA-Modus (Fixed Block .Architecture).

Der IBM 3270-kompatible Arbeitsplatz 8270 besteht aus Bildschirm, Tastatur, Drucker und der Steuereinheit. An diese Steuereinheit können laut Nixdorf bis zu 284 Bildschirme oder Drucker angeschlossen werden, wobei als Übertragungsleitungen normale Telefonkabel benutzt werden. Die Steuereinheit hat logisch getrennte Kanalsteuerungen (höchstens acht), die jeweils 48 Geräte bedienen. Nixdorf bietet vier leistungsmäßig abgestufte Modelle an, wobei zwei mit einem Zweikanalschalter ausgerüstet sind. Dadurch können zwei Rechnersysteme eine Steuereinheit gemeinsam benutzen, beziehungsweise eine Steuereinheit kann an zwei getrennte Kanäle eines Computers angeschlossen werden.

Der Bildschirm selbst enthält einen Mikroprozessor und einen 32 KB großen Speicher und führt Funktionen wie Übertragung geänderter Daten oder kleiner Datenmengen (64 Zeichen) unabhängig von der Steuereinheit aus.

Einen selbständigen Geschäftsbereich unter Leitung von Wolfgang Raum hat Nixdorf für die Aktivitäten im Bereich ausfallgeschützter Systeme gegründet. Bei der Vermarktung will sich das Paderborner Unternehmen zuerst auf den Fertigungsbereich mittlerer und großer Unternehmen konzentrieren. Erste Installationen werden für Mitte 1984 erwartet. Für die zusammen mit der amerikanischen Parallel Computer Systems entwickelten Rechnersysteme wurden in Berlin vier Leistungsmerkmale benannt: Ausfallsicherheit, Leistungsbandbreite der Hardware, Netzwerkeigenschaft und eine integrierte Datenbank.

Die Hardware basiert auf MC 68000-Mikroprozessoren von Motorola. Jeweils mehrere dieser Prozessoren bilden zusammen mit einem Hauptspeicher von bis zu vier MB sogenannte Multiprozessor-Cluster, die zu einem Multicomputersystem gekoppelt werden. Diese Architektur soll die Ausfallsicherheit gewährleisten, da einsatzfähige Cluster jederzeit die Aufgaben defekter Cluster unter Erhaltung der vollen Systemfunktionen übernehmen könnten. Als Betriebssystem wird eine an die Systemstruktur angepaßte Unix-Version eingesetzt, die um ein System erweitert wurde.