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12.01.1990

Nixdorf: Es wird keinen Sieger geben

Wieder mal nichts Neues von der Nixdorf-Front: Zwar schusterten die Paderborner, wie "Der Spiegel" erfahren haben will, im vergangenen Jahr erheblich mehr zu, als bisher öffentlich zugegeben wurde, in Sachen Übernahme sind freilich auch die Redakteure des Hamburger Nachrichtenmagazins auf Spekulationen angewiesen. Abgesehen davon: Gibt es überhaupt Anreize für expansionswütige DV-Firmen oder auf Diversifikation setzende branchenfremde Konzerne, bei Nixdorf einzusteigen? Siemens, Mannesmann und BMW werden als mögliche Aufkäufer gehandelt. Doch kennen wir wirklich alle Firmennamen, die in den innersten Zirkeln, also bei der Deutschen Bank und beim Familien-Clan, als Nixdorf-Freier kursieren?

Nun gibt es gute Gründe zu der Annahme, daß sie allesamt nicht in der Lage wären, das komplizierte Nixdorf-Geschäft in den Griff zu bekommen. Die Mannesmänner können sich nicht darauf berufen, nicht Bescheid zu wissen, was Wettbewerb im Computermarkt bedeutet. Bei Kienzle und bei PCS haben sie sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Es fehlt an Kompetenz im DV-Geschäft. Inkompetenz spielte erwiesenermaßen auch in Wolfsburg eine Rolle, als die VW-Triumph-Adler-Ehe in die Brüche ging. Nur galt TA vor der Heirat als "Perle der MDT-Branche". Vor diesem Hintergrund muß eine Beteiligung von BMW an Nixdorf als Abenteuer erscheinen.

Man mag einwenden, die reiche Siemens AG brächte alle Voraussetzungen mit, eine gute Ziehmutter für den siechen MDT-Anbieter zu sein. Doch Geld bedeutet nichts, wenn man es nicht auszugeben versteht. Auch sticht das Argument nicht, der Münchner Elektrokonzern müsse auf die Kartellschützer in Berlin Rücksicht nehmen: Dazu sind - und das weiß auch Herr Kartte - Siemens und Nixdorf, selbst zusammen genommen, als deutsche IBM-Alternative zu unbedeutend.

Vielleicht, daß sich einige Siemens-Manager für verhinderte Gönner halten, denen der Anstand gebietet, nicht gleich bei der erstbesten Gelegenheit zuzugreifen. Zumindest dürfte es ihnen nicht

unangenehm sein, daß draußen - bei den Analysten und bei den Medien - dieser Eindruck entsteht. Doch nichts spricht dafür, daß Siemens ernsthaft an Nixdorf interessiert ist. Siemens befindet sich, was die DV im engeren Sinne betrifft, diskret auf dem Rückzug. Das MDT Geschäft wurde bereits vor Jahren aufgegeben. Nach kostspieligen Experimenten (Beispiel BiiN) stieg der Telefon-Riese auch aus dem Geschäft mit fehlertoleranten Systemen aus. Überdies hatten die Münchner noch ziemlich schnell gemerkt, daß sie anderswo mehr Geld verdienen könnten als im PCM-Busineß Bleibt die Hoffnung, daß es Nixdorf gelingt, sich an den eigenen Haaren aus dem Dreck zu ziehen.