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06.02.1987 - 

"Quattro" und Targon alte und neue Eckpfeiler der Paderborner

Nixdorf fährt die 8870 jetzt als Vierspänner

DAVOS (bi) - Über die klassische Mittelstandsbasis hinaus weist das jetzt in Davos vorgestellte ehrgeizige kurz- und mittelfristige Programm der Nixdorf AG. Weiter auf der Umsatzwachstumslinie von zirka 20 Prozent, währungsbereinigt indes für 1986 "nur" 15 Prozent, verfolgen die Paderborner offenbar das Ziel, sich im Filialrechnermarkt mit Lösungen und aggressiver Preispolitik "einzugraben" - zu Lasten von IBM, Siemens, DEC und NCR.

Der "Generalunternehmer für informationstechnische Lösungen", wie Vorstandsvorsitzender Klaus Luft das Unternehmen apostrophierte, erweist gleichwohl seiner mittelständischen Stammkundschaft die Reverenz

- erstens mit vier rundumerneuerten und ab sofort verfügbaren 8870er Modellen unter dem Zusatzlogo Quattro,

- zweitens mit der zum "Multi-Computer-System" aufgerüsteten Serie 8860 (hier bereits deutlich die Zielrichtung "große Dienstleistungsunternehmen"),

- und drittens mit der Unix-orientierten Targon-Reihe - (bei dieser Produkt-Familie dürfte der Stammkunde noch Außenseiter bleiben). Von immerhin zirka 100 Targon-lnstallationen war die Rede.

Die 8870, mit laut Nixdorf 50 000 Installationen weltweit das Brot-und-Butter-Produkt der Paderborner, wartet mit "total neuer Technik" respektive "doppelter Leistung gegenüber den bisherigen 8870-Systemen" auf. Das kleinste Modell, die Micro-7-Maschine, unterstützt zwei Arbeitsplätze; die Quattro /75, das durchsatzstärkste Modell, arbeitet mit maximal vier parallelen CPUs und einen leistungsstarken Magnetplatten-Cache-Controller. An dieses System können bis zu 30 Bildschirmarbeitsplätze sowie 15 Druckstationen angeschlossen werden, wobei laut Nixdorf bis zu 50 Programme parallel bearbeitet werden können. Die Quattro-Systeme arbeiten unter dem neuen Betriebssystem "Niros 7.0". Vernetzbar ist das System über die 8818, die digitale Nebenstellenanlage aus Paderborn.

Die "alten" Softwarekomponenten zur neuen Quattro wurden in Richtung Computer Integrated Office (CIO) mit Comet Top Word und in Richtung Computer Integrated Manufacturing (CIM) mit dem Comet-Top-Modul "Feros-B" erweitert; über PC-Link sei der PC auch als multifunktionaler Arbeitsplatz in die neun "Vierspänner" integrierbar.

Unter den Stichworten Clusterbildung und vierfache Leistung rückte Nixdorf auch die 8860-Familie mal wieder ins rechte Licht. Mit 10 000 derartigen Systemen im Markt hat das System offenbar seinen Einsatzschwerpunkt in großen dezentral organisierten Unternehmen mit viel transaktionsorientierter Datenverarbeitung gefunden. Speziell für diese Klientel hat das Unternehmen das sogenannte Multi-Computer-System 8860 entwickelt.

Es besteht intern aus maximal acht autonomen Rechnern, die über einen schnellen Bus eng miteinander verbunden sind. Jeder dieser Rechner verfügt über eine eigene Kopie des Betriebssystems und eine eigene Systemplatte, auf der sich auch die Anwendungsprogramme befinden. Die Datenhaltung erfolgt global auf File-Servern. Für den Benutzer besitze das System eine einheitliche Bedieneroberfläche.

In der Unix-Welt will Nixdorf nun, nach einem Jahr der entsprechenden Hardware-(Pilot-)Installationen, von der "Absicherung zum Angriff" übergehen. Alle Targon-Modelle sind zum Verkauf freigegeben, auch in den USA. Frankreich und Italien folgen "zeitversetzt".

Targon-Strategie für 1987: "Nach unten ausbauen und Leistungskraft nach oben verdoppeln." Dies bedeutet zunächst einmal den Einstieg in die kleine Targon /31 mit dem Modell /10. "Hier liegen die Stückzahlen" (O-Ton Wendorff), und Nixdorf geht denn auch mit Kampfpreisen in den Markt, gegen DEC und speziell Siemens, die derzeit ebenfalls versuchen, ihre stark lösungs- und branchenorientierten Unix-Filialrechnersysteme mit erhöhtem Marketingaufwand in die großen, mittleren und kleinen Unternehmen zu bringen. Bestumworbenes Segment ist nach wie vor der Versicherungs- und Bankensektor. Nixdorfs Targon /31 liegt mit einem Preis "unter 40 000 Mark", so jedenfalls der Preisvergleich Wendorffs, deutlich unter denen der Konkurrenten.

Aggressives Marketing versprach der Nixdorfer auch im oberen Unix-Rechner-Bereich. Doppelte Leistung der bisherigen Targon /35 (M30) können demzufolge mit 6,5 beziehungsweise 12 Mips Durchsatzrate die beiden Varianten des Topmodells M50 der Targon /35 aufweisen.