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02.03.1979 - 

"Bedeutung des Distributed Processing eher erkannt ... "

Nixdorf greift den IBM-Handschuh auf

PADERBORN - Im Westfälischen hat die Mobilmachung gegen den Marktführer IBM schon begonnen: "Wir haben die Bedeutung des Distributed Processing eher erkannt als ausländische Unternehmen", haut Heinz Nixdorf auf den Putz. Vier Modellvarianten, "konsequente Weiterentwicklungen unserer arbeitsplatzorientierten Produktphilosophie", sollen IBMs Vormarsch auf dem Felde , der kleinen Systeme für dezentrale Datenverarbeitung stoppen.

Es handelt sich dabei im einzelnen um die Magnetplattensysteme 8870/3 und 8870/8, das "Distributed Processing"-Produkt 8850 (Foto) sowie das Textverarbeitungssystem 8840. "Mit diesen vier Produkten", freut sich Nixdorf-Vorstand Klaus Luft, "haben wir alle Hände voll zu tun, unseren Vertrieb auszulasten."

Käufer der 8870 sind laut Nixdorf "Klein- und Mittelbetriebe sowie dezentrale Organisationen von Großbetrieben", zumeist "ohne eigene Programmierkapazität und ohne speziell geschultes EDV-Personal."

Rund 1100 Magnetplattensysteme dieses Typs konnte das Unternehmen, das seinen Spitzenplatz im sogenannten Erstanwender-Markt gegen IBM zu verteidigen hat, im vergangenen Jahr in Deutschland absetzen. Mit den nunmehr 8870/3 und 8870/8, die das Leistungsspektrum der inkompatiblen Modelle 8870/1 und 8870/2-/6 deutlich übertreffen, sollen "Aufsteigern aus den eigenen Reihen" (Luft) Upgrade-Möglichkeiten geboten werden. Daneben sind "Ablösungen von Wettbewerbsanlagen" vorgesehen. Luft preist das "wesentlich verbesserte Preis-/Leistungsverhältnis" der neuen Nixdorf-Spitzenmodelle: "Sie erfüllen gegenüber dem Mitbewerb alle Marktanforderungen."

Heinz Nixdorf hat indessen Zweifel, ob das für 1979 geplante Umsatzwachstum von 15 Prozent erreicht werden kann: "Die IBM hat mit den Preisen für das System 4300 Zeichen gesetzt, die sich im Markt irgendwo durchschlagen werden." Gleichwohl bestehe kein Anlaß, "wie ein Kaninchen gebannt auf die Schlange zu starren."

Der Gewinner des Marketing-Preises 1978 ist gewillt, IBM auch auf dem Netzwerksektor standzuhalten: Das Magnetplattensystem 8850 (Kasten CW 10) kopiert IBMs Informationssystem 8100 freilich so gut, daß es Beobachtern des Distributed Processing-Marktes nicht ausgeschlossen scheint, 370-Anwender könnten echte Alternativen vermissen.

Auf die Dezentralisierung setzt die Nixdorf Computer AG auch in der Textverarbeitung: An das System "Multitext 8840" (64 bis 128 KB Speicher) können bis zu vier Arbeitsplätze über eine Ringleitung angeschlossen werden. Anläßlich der Produktvorstellungen gab Nixdorf die Einführung regionaler Ferndiagnose-Zentren bekannt, die den technischen Kundendienst der Paderborner entlasten sollen.