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05.06.1987 - 

Paderborner wollen sich von IBM peu Ó peu freistrampeln:

Nixdorf koaliert bei Unix mit Amdahl Corp.

SUNNYVALE/MÜNCHEN (CW) - Mit amerikanischer Hilfe will die Nixdorf AG das Betriebssystem Unix forcieren. Im Forschungszentrum der Amdahl Corp., das das /370-Unix-System UTS/580 entwickelt hat, arbeiten Paderborner Ingenieure an Brücken zwischen der Rechner-Baureihe Targon und der IBM-Umgebung.

Ein Dutzend Softwareentwickler siedelte unlängst von Paderborn um ins Silicon Valley. Im Forschungslabor der Amdahl Corp. in Sunnyvale, das sich bereits seit den siebziger Jahren intensiv mit dem Thema Unix auseinandersetzt und vor einiger Zeit mit UTS/580 eine System-V-Anpassung unter VM für die /370- Welt vorgelegt hat, sollen die Nixdorfer gemeinsam mit ihren amerikanischen Kollegen

"Protokolle, Kommunikationsarchitekturen und andere Netzwerkprodukte entwickeln".

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Neue Berufe in der Informationstechnik

KÖLN (CW) - Die Berufsidee-Karriere-Chancen durch Informations- und Kommunikationstechnik" - dies ist das Motto einer Service- Aktion, die von CW-Publikationen in Zusammenarbeit mit den Kölner Wirtschaftsjunioren und der KölnMesse zur C 87. durchgeführt wird. Den Besuchern dieser Computer-Ausstellung in der Domstadt (11. bis 14. Juni) sollen neue Berufsmöglichkeiten durch den Einsatz von PCs aufgezeigt werden, insbesondere im Bereich Desktop Publishing. Das Info-Angebot (Stand 3. 2 L8) richtet sich an Berufseinsteiger, Hochschulabsolventen sowie wechselwillige Fachkräfte.

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Die Unix-Aktivitäten der beiden Unternehmen bekamen in der letzten Zeit Auftrieb durch das Verlangen institutioneller Anwender, wie etwa großer Behörden, nach einer genormten Softwareumgebung. Aber nur in der Kooperation mit einem Partner, der Know-how bei den Mainframes im oberen Leistungsbereich hat, sieht Nixdorf eine Chance, die allmähliche Abhängigkeit von der IBM-Welt abzubauen- und den. Absatz des Unix-Produkts Targon (laut Nixdorf-Sprecher Rolf Prey rund 100 Installationen) weiter zu forcieren.

Hilfe erhoffen sich die Deutschen von den US-Kollegen besonders bei zwei Nachteilen von Unix: dem Datenmanagement und der Kommunikation mit Rechnern anderer Hersteller. Als ersten Schritt auf dem Weg zur Integration ihrer Unix-Systeme in heterogene Netze planen die Partner eine Implementation in IBMs Systems Network Architecture (SNA). Außerdem wollen sie auf die OSI-Linie (Open Systems Interconnection) einschwenken.

Eine Zusammenarbeit auf dem Hardware-Sektor ist, wenn es nach den Aussagen der Nixdorf- und Amdahl-Strategen geht, vorerst wohl nicht geplant. Auch wollen beide die Resultate der gemeinschaftlichen Entwicklungsarbeit getrennt vermarkten. Unter dieser Voraussetzung könnte Nixdorf seinen Anwendern etwa offerieren, das UTS-Betriebssystem auf einen existierenden IBM- Mainframe zu legen; der Anwender müßte nicht ins PCM-Lager überwechseln und bliebe Nixdorf im unteren Bereich als Kunde für die eigenen, IBM-unabhängigen Lösungen erhalten. Die Brücken, die Nixdorf zu Amdahls PCM-Maschinen schlägt, lassen sich nämlich auch an andere Rechner der /370-Architektur anlegen, wie Amdahls Marketingleiter Wolfgang Marschner bestätigt. Nicht in Sicht ist hingegen ein Vertrieb von Amdahl-Hardware durch Nixdorf, etwa als Ersatz für die derzeit angebotenen 8890-Modelle, die von Hitachi zugekauft werden.

Auch auf finanziellem Gebiet wird keine erneute Verflechtung angestrebt. Heinz Nixdorf hatte 1977 sein Amdahl-Aktienpaket für runde zehn Millionen Dollar abgestoßen; seither bezeichnen die Unternehmen ihre Beziehung als "freundschaftlich".