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21.11.1986 - 

Für 8890-Preispolitik "noch kein unmittelbarer Handlungsbedarf", aber:

Nixdorf liegt 9370-Announcement im Magen

MÜNCHEN (cmd) - Mit der 9370-Ankündigung hat IBM die steckerkompatible Konkurrenz im unteren Segment des PCM-Marktes unter Druck gesetzt - betroffen ist hierzulande vor allem Nixdorf mit seiner 8890-Modellreihe. Preissenkungen dürften nach allgemeiner Einschätzung nur noch eine Frage der Zeit sein.

Die Reaktionen der Nixdorf-Anwender auf das Announcement des Marktführers sind derzeit noch verhalten. Zunächst, so heißt es, werde man abwarten, ob die IBM tatsächlich ihre Versprechungen wahrmachen kann. Bei der Präsentation der neuen Abteilungsrechner sind die Stuttgarter offenbar nicht gerade freundlich mit den PCM-Konkurrenzprodukten von der Pader umgesprungen: Hervorgehoben wurde vor allem das Preis/Leistungs-Verhältnis und die neue Technik der 9370. Von der Papierlage, so berichtet ein 8890-Anwender, ist die neue Familie mit einem Preis von 150000 bis 200000 Mark erheblich schneller, größer und flexibler". Sollte sich dies als richtig erweisen und die Umstellung von der 8890 keinerlei Schwierigkeiten bereiten, gibt es aus seiner Sicht "für Nixdorf in den nächsten zwei Jahren Probleme".

Ein Schwachpunkt in der Nixdorf-Angebotspalette sind aus Kundensicht vor allem die hohen Wartungskosten für die 8890. "Im Gegensatz zu neu auf dem Markt befindlichen Maschinen", klagt ein Anwender, "ist die Wartung unverhältnismäßig teuer. Die /36, /38 oder die 9370 kosten mich pro Jahr 10000 Mark, für die 8890 muß ich dagegen fast 40000 Mark berappen." Allerdings so räumt er ein, verfüge sein Unternehmen über eine umfangreiche Peripherie, und dort liege der Kostenpunkt bei der Nixdorf-Anlage.

Bei der Entscheidung, Nixdorf die Treue zu halten oder direkt ins Lager der IBM zu wechseln, dürfte nach Einschätzung von Marktbeobachtern für den vorhandenen Kundenstamm ein Punkt von immenser Bedeutung sein: inwieweit es den Paderbornern weiterhin gelingt, durch Branchen- und Systemlösungen zu überzeugen und so den Nachteil wettzumachen, daß die Maschinen im Vergleich zur Konkurrenz "Schnee von gestern, da relativ veraltet" sind.

Im Neukundengeschäft dagegen stellt sich die Situation für die Paderborner durch die IBM-Ankündigung offenbar kritischer dar: Hier ist das Preis/Leistungs-Verhältnis zusätzlich ein wesentliches Kaufkriterium. "Nixdorf wäre daher nicht schlecht beraten, über eine Preissenkung nachzudenken", faßt ein User die allgemeine Erwartung zusammen.

Nixdorf selbst sieht derzeit, zumindest offiziell, keinerlei Auswirkungen auf die eigene Produktpolitik. In einer Stellungnahme betonen die Paderborner, angesichts eines Auslieferungstermins der Serie 9370 im dritten beziehungsweise vierten Quartal 1987 bestehe bei derzeitigen De-facto-Lieferzeiten für kompatible Nixdorf-Systeme von drei oder weniger Monaten "noch kein unmittelbarer Handlungsbedarf".

Gleichwohl wird, wenn auch nicht expressis verbis, eine mittelbare Reaktion nicht ausgeschlossen. Weiter heißt es nämlich in dem Statement gegenüber der COMPUTERWOCHE: "Planmäßig wird Nixdorf jedoch noch vor diesem Zeitpunkt mit seinen Kooperationspartnern und unter Einbeziehung eigener Weiterentwicklung geeignete Maßnahmen ankündigen, mit denen die gewohnte Wettbewerbsfähigkeit und die Qualität des Nixdorf-Systemangebots kompatibler Informationssysteme behauptet werden kann."