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07.01.1983 - 

Von DOS auf MVS um 250 Schilling:

Nixdorf-Systemsoftwareleute nun selbständig

WIEN (eks) - Von Nixdorf getrennt hat sich ein großer Teil des Systemsoftwareteams. Die neugegründete Performance Software bietet ein RZ-Management-Paket und eine automatisierte DOS-MVS-Umstellung. Ab 1983 will man auch in den, Mikrobereich einsteigen und einen 3270-kompatiblen Mikro vertreiben.

Mit dem Erwerb von CSC (Computer Software, Company) begann im Frühjahr 1980 Nixdorfs Reise in die IBM-Welt. Das DOS-kompatible EDOS, zum Zeitpunkt des Erwerbs dem DOS/VS in einigen Punkten durchaus überlegen, sollte ein Eckpfeiler des neuen Geschäftsbereiches CIS werden. In Sommer 1981 bot Nixdorf auch in Österreich DOS-kompatible Systemsoftware an (CW 38/81). Der damalige 8890-Produkt-Manager und heutige, Geschäftsstellenleiter Heinz Wicher mochte sich jedoch nicht auf einem Ankündigungszeitpunkt für EDOS festlegen. Zu dieser Zeit hatten Nixdorf und CSC bereits ernste Meinungsverschiedenheiten, vor allem über die Nachentwicklung von DOS/VSE, die Nixdorf wollte, die CSC-Leute aber für sinnlos Hielten. Am 1 Januar 82 gründete John Aschberger, bis dahin CIS-Softwarespezialist, die Firma, Performance Software in der Schweiz. Zur Jahresmitte stieß in Österreich O. W. Kowalsky, ein Ex-Univac-Vertriebsbeauftragter dazu. Performance Software verfügt in der Schweiz über vier, in Deutschland über fünf und in den USA über 35 Mitarbeiter. Hauptprodukte sind CSAR (Computer Scheduling and Reporting System), ein RZ Ablaufplanungs- und -steuerungspaket für DOS, VS1 und MVS sowie "Focus", ein Umstellungswerkzeug von DOS auf MVS.

Mittelpunkt von CSAR ist der Aufbau eines Netzwerks von Jobabhängigkeiten. CSAR berücksichtigt welche Jobs für welche Vor- oder Nachläufer sind, wer für wen Eingabedaten erstellt und auch RZ-externe Ereignisse, die Voraussetzungen für einen Job darstellen. Die unter CSAR geplanten Jobs werden automatisch freigegeben und auf bis zu 26 CPUs verteilt.

Darüber hinaus können Zeitpunkte für Jobdurchführung definiert werden. CSAR plant dann Jobs für diesen Termin oder informiert, daß ein bestimmter Job zwar geplant, aber nicht durchgeführt wurde, so daß auch selten durchgeführte Arbeiten nicht vergessen werden können.

Es gibt keinen Eingriff in das Betriebssystem, CSAR verwendet aber die Systemdateien (OS-PDS-, DOS-Source-, CMS-, Librarian-, "Vollie"-, OWL- oder "Panvalet"-Dateien) für ausführliche Reports und als Grundlage für Laufzeitprognosen. Das System kann daher auch arbeitsgebietsweise eingeführt werden, es "kennt" dann nur die definierten Jobs. Für mißtrauische RZ-Leiter gibt es die Möglichkeit, sich von CSAR nur Vorschläge für Jobfreigaben machen zu lassen und diese dann zu überdenken.

In Österreich nennt Kowalsky elf Anwender von CSAR, darunter die Kaufhauskette Gerngroß, die Basler Versicherung, die Tantiemensammler AKM und den Konsum. In Deutschland wird die Firma Dräger als erfolgreicher User angeführt. Die Fehlerquote bei der Arbeitsvorbereitung sei gegenüber früher auf zehn Prozent gesunken, und Jobströme, die früher bis vier Uhr morgens liefen, seien nun zu Mittag fertig, berichtet Aschberger. Für kleinere Rechenzentren liege der Hauptnutzen bei der Verringerung der Personalproblematik, sobald die CSAR-Abläufe einmal definiert seien. Und Großbetriebe würden zum Durchforsten der unübersehbaren Abläufe veranlaßt. Performance Software bietet eine rund vier- bis sechswöchige kostenlose Probeinstallation an. CSAR kostet unter DOS rund 300 000 Schilling Einmallizenz, unter OS etwa 580 000 Schilling.

Mit Focus will Performance Software die Umstellung von DOS auf MVS in den Griff kriegen. "IBM schickt Anfänger, die noch im MVS ausgebildet werden müssen, die der Kunde aber sehr teuer bezahlt", ätzt Aschberger über die Kundenunterstützung beim Marktführer. Einer der ersten, die Focus in Österreich erprobten, ist die AUA. Aschberger berichtet von der fehlerlosen Konvertierung eines extra zu Prüfzwecken zusammengestellten Jobstroms. Die AUA plant ab 1. Januar 84 komplett in MVS zu fahren. Der Kunde zahlt je umgestelltem Job rund 250 Schilling.

Informationen: Performance Software, p. A. O. W. Kowalsky, A-1090 Wien, Alserbachstr. 5 Tel.: 34 71 27, Tx.: 132 127.