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26.04.1985 - 

Paderborner bieten in Hannover Philosophie statt Neuheiten:

Nixdorf wettert gegen Post und die IBM-Welt

HANNOVER (ru) - Heinz Nixdorf ist als knorriger Westfale bekannt. Seine Art, so zu reden, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, hat schon so manchen Journalisten zum Schmunzeln gebracht. Zum verbalen Rundumschlag nutzte er auch die gestrige Bilanzpressekonferenz auf dem Dach der CeBIT-Halle.

Für den Firmenpatriarchen aus Paderborn geht die Post keineswegs ab. Eher Groll kommt in ihm bei dem Gedanken an das bundesdeutsche Monopolunternehmen auf. "Die Post würde reich werden, änderte sie ihre Struktur", kommentierte er und ergänzte: "Man darf uns nicht zumuten, daß das flächendeckende ISDN erst im Jahre 2020 fertig ist."

Deutschland sei zwar das wirtschaftlich stärkste europäische Land, sei aber gleichzeitig die schwächste Nation, so Nixdorf. Für die Ausbildung der Jugendlichen werde einfach zu wenig ausgegeben. Weitere Probleme sieht Nixdorf für die nächsten Jahre, da aufgrund des Geburtenrückgangs die Zahl der Jugendlichen stark zurückfalle.

Auch beim Thema IBM kannte Nixdorf kein Pardon: "Wir haben investiert, um Qualität zu machen. Davon kann man bei dem weltgrößten Computerunternehmen nicht ausgehen."

Wirtschaftlich bedroht sieht er "unsere Marktwirtschaft" von den Japanern und vom Pentagon. Die Japaner brächten hervorragende und durch das Lohnniveau preiswerte Produkte auf den Markt. Das US-Verteidigungsministerium hingegen investiere Unsummen in die Elektronik, wovon auch der zivile Bereich profitiere.

Die Zukunft heißt bei der Nixdorf AG Kommunikationstechnik, besser die Integration von Datenverarbeitung und Nachrichtentechnik. Hatte die Nachrichtentechnik 1984 noch einen Anteil von fünf Prozent am weltweiten Nixdorf-Umsatz von 3,27 Milliarden Mark, so sollen es in diesem Jahr schon zehn Prozent sein. "Das Telefongeschäft, hieß es, werde immer reger.

Ihre vornehmste Aufgabe sehen die Paderborner in der weiteren Schaffung von Arbeitsplätzen. Etwa 250 pro Monat waren es im vergangenen Jahr; an weniger ist auch 1985 nicht gedacht. Trotz Konkurrenz soll der Umsatz in weniger als vier Jahren verdoppelt werden.