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21.02.1986 - 

Hannover-Messe soll Weg zur Gesamtintegration aufzeigen:

Nixdorf zäumt Paradepferd 8860 mit Disoss/DIA auf

DAVOS (CW) - Der Begriff "Integration" beherrschte die Produkt- und Strategiepräsentation der Nixdorf Computer AG kürzlich in Davos. Angesprochen wurde die Integration unterschiedlicher Welten, Normen und der Anwendungen. Ähnlich bedeutend wie seinerzeit die Übernahme von SNA sei heute die Adaption der IBM-Büroarchitektur Disoss in Nixdorf-Produkte zu werten.

Vollzogen sei die Implementierung der entsprechenden Schnittstelle Disoss DIA bereits in den entscheidenden Nixdorf-Produkten, die vorrangig in Großunternehmen stehen: 8860, 8862, BNC 8864 und 8890 sowie die Targon-Maschinen. Heinz-Dieter Wendorff, Leiter des Geschäftsbereichs Informationssysteme, wörtlich: "Wir sind in der Lage, IBM-Final-Form-Dokumente zu lesen und in dieser Form auch wieder an den IBM-Host zurückzuschicken." Diese Nixdorf-Rechner betreiben untereinander den Dokumentenaustausch ebenfalls im IBM-Format, das sich dann aber Nixdorf-Final-Form nennt. Wendorff bekennt, man werde sich auf dem Weg in die Integrierte Informationsverarbeitung (IIV) " eben sehr stark der neuen Bürowelt des Marktführers anschließen müssen."

Einheitliche Straße in die Integration

Auch würden die Paderborner Vorkehrungen treffen, um in den Unternehmen einen einheitlichen informationsfluß zu garantieren. Insofern habe man sich Basisregeln gegeben für die IIV, die dann schrittweise in die neuen Produkte, so zum Beispiel auch in die Targon-Familie (siehe CW Nr. 6/86, Seite 2) integriert würden, "so daß wir dem Anwender eine einheitliche Straße vorgeben können, auf der er mit seinen Anwendungen in die Integration hineinwachsen kann", versprach Wendorff. Wesentliche Komponente der Benutzeroberfläche werde ein einheitlicher Texteditor auf allen Nixdorf-Systemen sein.

Anwendungsintegration im Sinne von Multifunktionalität spiegelt sich wider in den neuen beziehungsweise funktional angereicherten Arbeitsplätzen, die zur Messe gezeigt werden. Schwerpunkt dieser Produktfamilie ist die Professional Workstation (PWS), die über bis zu acht Fenster Multifunktionalität anbietet, also auf den Host, auf verschiedene Nixdorf-Server, auf Postdienste und Electronic Mail sowie PCs zugreifen kann. In Kombination mit dem digitalen Telefon der Paderborner, dem Digifon, sollen zunächst einmal einfachere Anwendungen wie zum Beispiel das private Telefonbuch, gezeigt werden. Die Integration der Sprache sei vorgesehen.

Mit dem IBM-AT-kompatiblen 8810 M35 setzen die Nixdorf-Strategen den Weg fort, den sie schon einmal mit einem portablen IBM-kompatiblen PC begonnen hatten. Auf der einen Seite sei "der 8810 M35 nicht besser und nicht schlechter als der echte IBM-Abkömmling anzusehen", auf der anderen jedoch hebe er sich durch den multifunktionalen Ansatz im Bereich der PWS und des weiteren durch "Integrationstiefe" entscheidend vom AT ab.

Auch die Produktlinie des Multitel genannt BT 01, wurde um diverse Funktionalitäten erweitert. Die Postzulassung sowohl für den Hauptanschluß als auch für den Anschluß

die digitale Nebenstellenanlage sei vor wenigen Tagen erteilt worden.

Die 8818-Anlagen haben einen Ableger nach unten bekommen, ein Einstiegsvermittlungssystem der Baustufe 2W 30.

Das im vergangenen Jahr für Pilotversuche angekündigte Voice-Box-System 8840 soll nun für den Vertrieb freigegeben werden. Zunächst einmal werde das Speichersystem ganz allgemein Kommunikation und Integration in den Unternehmen unterstützen. Integriert ist die Technik insofern, als das Vorliegen einer Information in der Box in der entsprechenden PWS angezeigt wird. Sie kann dann über das Telefon abgefragt werden.

Konkret gezeigt werden soll in Hannover die Integration der verschiedenen Arbeitsplätze in bestehenden Anwendungen, aber auch neue Anwendungen, die erst über die Multifunktionalität der Workstations möglich wurden. Vermittlungstechnik im Sektor zwischen Workstation und Servern ist die 8818, die Server untereinander sind über Ethernet verbunden; auch die Rechner der Targon-Familie seien derart integrierbar. "Vermittlung von Arbeitsplätzen heißt digitale Nebenstellenanlage, Kopplung von Servern im Hochgeschwindigkeitsbereich heißt Ethernet", pointiert Wendorff die Kommunikationsphilosophie des Hauses im Hinblick auf die Übertragungsmedien beziehungsweise -standards.

Neue Arbeitsplatzwelt an 8860 angeschlossen

Das klassische Paradepferd in Sachen Kommunikation, die 8860, wird in Hannover in der neuen IBM-Montur vorgeführt, das heißt mit Disoss-Applikationen. Die Maschine sei bisher stark für Netzwerkmanagementaufgaben in Großunternehmen angesetzt worden. Um die wachsende Anzahl von Büroanwendungen, die im Sinne von Disoss einheitlich von der Zentrale bis in die Niederlassungen hineinlaufen, bewältigen zu können, müsse die 8860 nun auch zum Paradepferd in Sachen Gesamtintegration herangezüchtet werden. Die neue Arbeitsplatzwelt sei bereits an die 8860 angeschlossen.

Zusätzlich zu den neuen Vernetzungsmöglichkeiten über die 8818 hat Nixdorf die 8860 mit weiterer Software aufgewertet. Nios, das bereits zirka 200mal installiert sei, wurde als Nios-Top für die Unterstützung von intelligenten Arbeitsplätzen ausgelegt.

In summa glauben die Paderborner, für die 8860 ein rundes Kommunikations- und Anwendungspaket auf den speziellen Markt der Großanwender mit IBM-Host zugeschnitten zu haben, das Integration in hohem Maße realisiert.

Der zweite Pfeiler im Sektor der Großunternehmen, die 8890, soll, über Ethernet mit weiteren 8890-oder Targon-Maschinen gekoppelt, ebenfalls in Hannover gezeigt werden. Eingebunden seien diverse PWS direkt über Ethernet; auch Server seien integrierbar. Über eine spezielle bei Nixdorf selbst entwickelte Karte sei die PC-Welt "eingefangen". Damit seien auch die zahlreich entstandenen Insellösungen wieder in den Informationsfluß im Unternehmen einzusteuern.

Dissos-Welt für 8870 noch nicht gefordert

Anders zeige sich die Welt des Mittelstandes, die der 8870. Hier fungiere der Nixdorf-Rechner als Host. Integrierte Informationsverarbeitung heiße für dieses Marktsegment in erster Linie neue Arbeitsplätze. Hier können die Nixdorfer "die Welt noch ein bißchen alleine bestimmen", denn die Disoss-Welt sei für die 8870 noch nicht so gefordert wie im Sektor der 8860. Anwendungsmanagement werde hier über Comet-Software praktiziert und Büro-Anwendungen über das neue Comet-Office (siehe nebenstehende Grafik).

Zur Messe wird eine Multiprozessoranlage der 8870 freigegeben, darin schlagen sich, so Wendorff, die Erfahrungen mit anderen Systemarchitekturen nieder; speziell

Parallelverarbeitung werde jetzt geboten. Aber neben dieser Abrundung nach oben kommt auch ein kleines neues Modell heraus, die 8870 M2. An dieses System seien zehn Bildschirmplätze anschließbar.