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21.09.1979 - 

Diskussion um Auftragseingang und "Mercedes-Syndrom" bei IBM

Nixdorf zweifelt Diebold-Aussage an

MÜNCHEN - Während der neueste Diebold Management Report die "EDV-Konjunktur unter Ausnahmebedingungen" sieht und angesichts der Konjunktur-Zahl des Vereins Deutscher Maschinenbau Anstalten, wonach die Datentechnik im ersten Halbjahr 1979 um 138 Prozent im Auftragseingang gewachsen sei, von einem "Mercedes-Syndrom" bei IBM spricht, hat Helmut Rausch, Vorstandsmitglied der Nixdorf Computer AG öffentlich "diese Art der Zahlendarstellung für relativ fragwürdig" hingestellt.

Auch nachdem der VDMA-Chefstatistiker Kriechbaum die Diebold-Ausgangszahl 138 Prozent als richtig bestätigt hat, bleibt Rausch bei seiner Kritik. Er stützt sich darauf, "daß IBM inzwischen vorsichtig geworden ist und eingeräumt hat, daß stornierte Aufträge hier nicht subtrahiert worden seien".

Rausch weiter: "Nicht jeder, der den Wunsch hat, einen Mercedes zu fahren, darf sogleich als Mercedes-Kunde gezählt werden." Der Nixdorf-Mann hält denn auch einen wertmäßigen Auftragseingang im Bereich von 15,3 Prozent für realistisch.

Fest steht, so führt der Diebold Management Report aus, daß die enorme Steigerung der Auftragseingänge "zu einem erheblichen Teil auf das Konto der IBM geht": Das lange Warten vieler Benutzer auf die Serie 4300 ("E-Serie") hätte einen Nachfragestau geschaffen, der nach Entladung drängte, wobei "die überraschende Verlängerung der Lieferzeiten in Verbindung mit einem Zuteilverfahren auf Verlosungsbasis zwangsläufig zu einer Häufung der erteilten Orders führte".

Insgesamt hat sich der Computerpark in der Bundesrepublik gegenüber Jahresbeginn auf 184 791 (171 665) erweitert. Davon waren 21 448 Universalrechner, 25 594 Prozeßrechner und Minicomputer und 137 749 Kleincomputer und Terminalsysteme installiert. Parkzuwachs hat bei IBM nur im Bereich der lieferbaren 30XX stattgefunden, wobei der Marktleader insgesamt 95 Maschinen mehr als zu Jahresbeginn (12 000) installiert hat. Ausschließlich auf die Stückzahl bezogen, haben Triumph-Adler mit 2763 Systemen, Nixdorf (1232), Taylorix (1161), Kienzle (1151), DEC (996) und Siemens (974) der Reihe nach am besten verkauft. Stagniert hat bei den bekannteren Herstellern Olivetti.

Am Beispiel Olivetti wird die Problematik der Diebold-Erhebung besonders deutlich: Olivetti hat keine Angaben gemacht, dem Branchenvernehmen nach aber 3000 BCS-Systeme verkauft.

Bezogen auf den wertmäßigen Marktanteil, drängen vor allem Minicomputer und Textverarbeiter traditionelle Mainframer zurück. Absoluter King ist nach wie vor IBM mit 14,706 Milliarden Mark Parkwert.

Insgesamt sind in der Bundesrepublik nach der Diebold-Erhebung zum 1. Juli Rechner im Wert von 37,3 Milliarden Mark installiert gewesen. Das heißt, daß die ersten fünf Hersteller wertmäßig 74,5 Prozent des Marktes kontrollieren.