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23.07.1999 - 

Kolumne

"No risk, no fun"

Im Sommer, wenn sich alles für den wohlverdienten Urlaub rüstet oder bereits den Bauch in die Sonne hängt, bleibt den Daheimgebliebenen etwas mehr Zeit zum Nachdenken: zum Beispiel darüber, warum sogenannte Fertigsoftware so selten reibungslos funktioniert und warum sich die meisten Anwender damit abgefunden zu haben scheinen.

Manchmal drängt sich nämlich der Verdacht auf, daß die wichtigsten Positionen bei PC-Softwareherstellern von späten Beatniks besetzt sind, die alle nach dem Motto handeln "No risk, no fun". Allerdings übernehmen sie offenbar das Risiko nicht selbst, sondern überlassen es lieber dem Anwender, der sich jeden Tag der spannenden Frage stellen muß, wie oft und wann sein PC denn heute wieder abstürzt.

Ernsthaft - kaum ein PC-Nutzer, dessen Rechner nicht mindestens einmal täglich aufgrund einer "allgemeinen Schutzverletzung", Programmfehlern oder Hängern zunächst undefinierbarer Ursache in die Knie geht und durch brutales Rebooten (Jargon: "Todeskralle") neu gestartet werden muß.

Bei all den Fehlern und Schlampereien geht kein Aufschrei durch die Nutzergemeinde, kein Aufruf zum Boykott. Es wird das Wort der Hersteller akzeptiert, daß heutige Software-Entwicklung eben einfach eine unheimlich komplexe Sache sei und beim Schreiben von etlichen Millionen Zeilen Code würden nun einmal Fehler gemacht und leider Gottes auch übersehen etc.

Auf Anhieb hört sich das nach einem richtigen Argument an und wir denken gleich weiter an die generell kaum mehr beherrschbare Komplexität der Technik im allgemeinen. Wer allerdings über den Tellerrand der IT-Industrie schaut, sieht, daß auch woanders komplizierte Produkte entwickelt und produziert werden, und zwar bis auf wenige Ausnahmen fehlerlos. Wäre das nicht so, müßten die Flugzeuge in Scharen vom Himmel fallen und eine Autofahrt zwischen München und Hamburg Tage dauern, weil alle 100 Kilometer Reparaturen notwendig wären.

Daß Fehler passieren ist eine Selbstverständlichkeit, auch daß sie ausnahmsweise übersehen werden und erst nach der Auslieferung entdeckt werden, kommt vor. Aber spätestens, wenn die Ausnahme zur Regel zu werden droht, sollte man über die Ursachen nachdenken und nicht nach fadenscheinigen Entschuldigungen suchen.