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20.01.1995

Noch fehlt die Akzeptanz der Anwenderunternehmen Unicode-Gruppe bemueht sich um einen einheitlichen Zeichensatz

MUENCHEN (CW) - Die uneinheitliche Darstellung von Zeichen gehoert zu den aeltesten Aergernissen der DV-Branche. Selbst innerhalb der Microsoft-Welt werden verschiedene Codes verwendet. Abhilfe soll nun der 16-Bit-Zeichensatz des Unicode Consortium schaffen, der inzwischen von der International Standards Organisation (ISO) als Norm bestaetigt wurde.

Der Vorteil eines einheitlichen Zeichensatzes liegt auf der Hand. Jede Software koennte ohne grossen Konvertierungsaufwand in Unicode abgespeicherte Informationen lesen und weiterverarbeiten. Zudem wuerde sich auch das Umarbeiten zum Beispiel von englischsprachigen Programmen in finnische oder chinesische Derivate vereinfachen. Viele asiatische Zeichensysteme sind ueberhaupt erst ab einer Darstellungsbreite von 16 Bit einigermassen vollstaendig darstellbar. Sie liegt daher sowohl dem chinesichen GB-Code als auch dem taiwanischen "Big Five Code" zugrunde.

Aber auch in Europa hat fast jedes Land seine eigene Variante des ASCII-Zeichensatzes. Ausserdem wird zum Beispiel von weltweiten Online-Diensten wie Compuserve oder Internet noch das 7-Bit-ASCII verwendet, mit dem sich noch nicht einmal europaeische Sonderzeichen darstellen lassen. Sind PCs an Mini- oder Grossrechneranlagen angeschlossen, muessen Texte entweder in ein spezielles Unix-ASCII oder in den EBCDIC-Code der proprietaeren Welt umgesetzt werden. Selbst Windows-Anwender muessen ihre Texte vom dort gueltigen ANSI-Code in ASCII umwandeln, wenn sie ihre Texte unter DOS verwenden wollen. All diese Inkompatibilitaeten will das von DEC, IBM, Microsoft, HP und Apple initiierte Unicode Consortium mit seinem neuen Code beseitigt haben. Doch "es fehlt an der Nachfrage aus Anwenderkreisen", beklagt Paul Wong, Technischer Berater bei DEC Hongkong und Unicode-Mitentwickler. Nach seiner Auskunft wollen die Entwickler ihre Anwendungen nicht ohne deutliche Signale vor allem aus den grossen DV-Abteilungen umstellen, weil sie befuerchten, dass ihre Konkurrenten in der Zwischenzeit mit anderen Innovationen davonziehen.

Daher warten die meisten Anbieter, die sich zum Unicode bekennen, derzeit noch. Zu ihnen gehoeren neben den Initiatoren Aldus, Borland, Lotus, Metaphor, Next, Novell, Sun, Taligent, Unisys, Wordperfect und Xerox. Nur Microsoft und DEC haben sich entschlossen, mit Windows NT den neuen Code aktiv zu vermarkten.