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Commodore darf die drei Buchstaben PET nicht mehr verwenden:

Noch kein Markt für Hobbycomputer

09.03.1979

FRANKFURT (CW) - Als Hobbycomputer hatte die Commodore GmbH vor zwei Jahren ihren Mikrocomputer 2001 angekündigt (die Bezeichnung PET darf nicht mehr verwendet werden, Philips hat sich die drei Buchstaben handelsrechtlich schätzen lassen). Inzwischen sind in Deutschland über 4000 Systeme verkauft (seit Juni 1978).

Nur 3 Prozent der Kunden, und dazu noch ausgesprochene Tüftler, haben sich damit einen ausgesprochenen Freizeitcomputer zugelegt. Die Mehrzahl der verbleibenden 97 Prozent agiert im technisch-wissenschaftlichen Bereich. Dies veranlaßte den Geschäftsführer des Unternehmens, Harald Speyer, zu der Erkenntnis: "Einen Hobbycomputer gibt es derzeit noch nicht. Er wird aber in den nächsten fünf Jahren entstehen."

Commodore läßt die Preise für seine, Computer-Winzlinge weiter nach unten purzeln. Die vorn zweiten Quartal 79 an lieferbare 4-KB-Version kostet 1895 Mark, die 8-KB-Version ab sofort nur noch 2295 Mark. Hardware-Ergänzungen: Standardtastatur für das 8-KB-Modell und ab Mitte des Jahres eine Diskettenstation mit 170 KB beziehungsweise ein Elektrostatik-Drucker für je zirka 1500 Mark. Damit ist erstmals ein vollwertiges Computersystem mit Diskette, Kassette und Drucker für weniger als 5000 Mark erhältlich. Harald Speyer: "Wir machen keine Dumping-Preise, denn wir verdienen durch große Serien ganz gut"

Neue Vertriebswege angestrebt

Der deutsche Commodore-Boß hört den Begriff "Hobbycomputer" nicht gern. Für ihn sind seine 2001-Zöglinge "Personalcomputer", die am persönlichen Arbeitsplatz eingesetzt werden. Die Stoßrichtung geht daher auch nicht in Richtung "trautes Heim", sondern zu den Kleinstanwendern. Diese sollen nicht nur durch billige Hardware, sondern auch durch Software "zu anderen Preisen" gewonnen werden. Speyer hält eine Standardfakturierung für 300 Mark in absehbarer Zeit durchaus für realisierbar. Und neue Vertriebswege werden auch angestrebt. Derzeit läuft ein Versuch mit vier Kaufhauskonzernen.

Auf der Hannover-Messe wird die neue "Computer-Generation" (Originaltext) CBM 3001 das Licht der Vertriebswelt erblicken. Sie ist auf den kommerziellen Markt zugeschnittene. Die Zentraleinheit ist im Bildschirmarbeitsplatz untergebracht. Als Rechner verwendet man den bewährten Mikroprozessor 6502. Das eingesetzte Betriebssystem umfaßt 13 KB, der Anwenderspeicher ist von 16 auf 32 KB ausbaubar. Weitere Daten: Bildschirmarbeitsplatz mit 9-Monitor, 1000 Zeichen (25 Zeilen Ó 40 Zeichen), ASCII-64-Zeichensatz, 64 graphische Symbole abbildbar. Drucker CBM-2022 mit eigener Mikroprozessor-Steuerung, Leistung 112 Zeichen pro Sekunde, 1 Original, 3 Durchschläge. Floppy-Disk-Einheit mit Minidisketten (Kapazität des Doppellaufwerks 360 000 Zeichen) und Mikroprozessor.

Komplettes System unter 10 000 Mark

Leichte Programmierbarkeit in Basic und zahlreiche Standardprogramme zielen auf kommerzielle Aufgabenstellungen, von der Lagerwirtschaft über die Kostenrechnung bis zu Lohn und Gehalt. Preise CPU plus Kassette und Tastatur von 2600 bis 3100 Mark, Drucker 2100 beziehungsweise 2900 Mark, Floppy 2900 Mark. Ein komplettes System gibt es somit unter 1 0 000 Mark. Der niedrige Preis soll die Computerleistung auch an den Arbeitsplatz in Forschung und Entwicklung, in Schulen, bei Medizinern Juristen und Architekten bringen.

Die Commodore International Limited, in den USA Marktführer bei der Konsumelektronik, produziert die elektronischen Bauteile, nach der Übernahme verschiedener Halbleiterhersteller, seit 1979 vollständig selbst. "Alle wesentlichen Ziele des bereits am 30. 6. 78 abgelaufenen letzten Geschäftsjahres wurden erreicht." Der Umsatz stieg weltweit zwar nur um 8,61 Prozent auf 50,1 Millionen US-Dollar, der Gewinn nach Steuern dafür um über 165 Prozent auf 4,04 Millionen US-Dollar. Der Nettogewinn belief sich auf über 8 Prozent vom Umsatz gegenüber 3,39 im Jahr 1977. Zahlen für die deutsche GmbH wollte Geschäftsführer Speyer nicht nennen. Der Wert der bisher installierten 2001-Systeme beträgt rund 8 Millionen Mark.