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07.04.2000 - 

Reges Interesse am Komponentenmodell

Noch keine Produkte für Corba 3.0 verfügbar

MÜNCHEN (as) - Die Standardisierung des Release 3.0 der Component Object Request Broker Architecture (Corba) ist zwar schon abgeschlossen. Die Hersteller lassen sich jedoch noch Zeit mit der Implementierung.

Das Interesse an der Entwicklung verteilter objektorientierter Anwendungen gemäß den Corba-Spezifikationen der Object Management Group (OMG) wächst. Dies zeigte sich jetzt auf dem OMG-Informationstag in München, zu dem laut Organisatoren über 270 Vertreter von Beratungshäusern und Anwenderunternehmen aus dem ganzen Bundesgebiet gekommen waren. Rund die Hälfte der Anwesenden gab an, bereits Erfahrungen mit Corba gesammelt und Anwendungen implementiert zu haben. Letztere finden sich insbesondere in der Telekommunikation- und Finanzbranche.

Der Informationsbedarf bezüglich der Spezifikationen von Corba im Allgemeinen und Release 3.0 im Besonderen sowie deren Implementierung ist sehr hoch, konnte auf der Veranstaltung jedoch kaum gestillt werden. Vielmehr gaben sich dort Corba-Hersteller wie Iona, Inprise, IBM, Oracle, Bea und Rogue Wave ein Stelldichein und beschränkten sich in ihren Vorträgen weitgehend auf eine Produktpräsentation. Dabei wurde deutlich, dass die Umsetzung der voraussichtlich 560 Seiten starken Spezifikationen noch nicht abgeschlossen ist. Vielmehr wird derzeit Release 2.3 in den allesamt proprietären Produkten mehr oder weniger weit unterstützt.

Stellvertretend wies Eric Schaumlöffel, System Engineer bei Iona, jedoch darauf hin, dass sich Unternehmen schon heute etwa auf das neue Corba Component Model (CCM) vorbereiten können. Dieses lehnt sich in seinen Spezifikationen einerseits eng an das von Sun propagierte Server-seitige Java-Konzept Enterprise Javabeans (EJB) an, bietet andererseits aber zusätzliche Möglichkeiten, etwa bei der Schnittstellen-Entwicklung mit Hilfe der Interface Definition Language (IDL). Interessierte Anwender könnten laut Schaumlöffel mit EJB beginnnen und zu einem späteren Zeitpunkt ohne Probleme auf CCM migrieren.

Corba-3.0-Funktionena) Java- und Internet-Integration:

- Java-IDL-Mapping,

- Firewall-Spezifikationen (Secure Socket Layer für IIOP, Callbacks),

- Interoperable Naming Service.

b) Quality of Service Control:

- Asynchrones Messaging.

c) Corba Components:

- Container-Umgebung für Transaktionalität, Security, Persistenz,

- Integration von Enterprise Javabeans (EJB) im Container,

- Object-by-Value.