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29.10.1999 - 

Elektronisches Buch: Warten auf die kritische Masse

Noch lehrt das Internet den Buchhandel nicht das Fürchten

MÜNCHEN (CW) - Zu den Highlights der diesjährigen Buchmesse zählte die Vorstellung des "Rocket Ebook" in Deutschland. Außerdem gaben Internet-Buch-Shops Prognosen über die zukünftige Umsatzentwicklung des Online-Literaturvertriebs ab.

Die digitale Buchdistribution hat nun auch Deutschland erfaßt. Auf der diesjährigen Buchmesse stellte die kalifornische Firma Nuvomedia die deutsche Version des Rocket Ebook vor. Der Anbieter will hiesige Verleger dazu gewinnen, das Ebook-System als weiteren Vertriebskanal für Literatur einzuführen. Statt sich ein Buch zu kaufen, lädt sich der Leser bei diesem System den Inhalt des Schmökers auf sein Ebook, ein Endgerät, das mit einem besonders lesefreundlichen Display ausgestattet ist.

Was in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt, hat sich laut Nuvomedia in den USA bereits etabliert. Dort seien 70 Verlage zu Rocket-Publishers geworden. Rund 3500 Titel gibt es bereits.

Sobald hierzulande 500 Titel zum Herunterladen bereitstehen, will Nuvomedia auch in Deutschland das Rocket Ebook auf den Markt bringen. 50 solcher Exemplare bietet der Internet-BuchShop des Mediengiganten Bertelsmann, Bol.de, bereits zum Download an.

Ob das Ebook hierzulande ein Hit wird, muß sich erst noch zeigen. Ungeachtet dessen scheint der Internet-Vertrieb von gedruckten Büchern auch weiterhin von Erfolg gekrönt zu sein. In vier Jahren könnte nach Schätzungen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels der auf diese Weise erzielte Umsatz auf 1,2 Milliarden Mark ansteigen. Doch diese Prognose müßte der Börsenverein nach oben korrigieren, wenn in Deutschland die Buchpreisbindung fallen würde. Nach Ansicht des Internet-Buchhändlers Buecher.de hätten die dadurch sinkenden Preise eine gesteigerte Nachfrage zur Folge, was letztlich zu einem Anstieg des Umsatzes führe. Existenzängste scheint es bei den traditionellen Buchhändlern nicht zu geben. In vier Jahren, so glauben Experten, könnte der Anteil der online verkauften Bücher rund sieben Prozent ausmachen. Marktführer beim Online-Verkauf von Literatur ist immer noch Amazon.de. An zweiter Stelle sieht sich Bol, das eigenen Angaben zufolge pro Tag in Deutschland 2000 Bücher im Web verkauft.