Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

24.09.1982 - 

IDC Europa Report berichtet über den Textverarbeitungsmarkt:

Noch sind elektronische Schreibmaschinen der TV-Renner

LONDON (nw) - Auf dem Markt für Textverarbeitungsprodukte ist einiges geboten: Die Wachstumsraten erreichen manches Jahr schwindelerregende Höhen, und dadurch angelockt, tauchen immer wieder neue Namen im Kreis der TV-Anbieter auf. Um ihre einmal erreichte Marktposition kalten zu können, müssen die Hersteller enorme Investitionen tätigen. Dabei bangen insbesondere Anbieter von Ein- und Mehrplatzsystemen um ihre Marktanteile, denn mit zunehmender Verfügbarkeit von TV-Software für Tischcomputer werden DV-Anlage künftig die reinen TV-Geräte verdrängen. Dies geht aus der Studie der IDC Europe Ltd., London, hervor, die den Titel "End User Markets for Word Processors Western Europe" trägt und den europäischen Markt für Textverarbeitungssysteme ausführlich unter die Lupe nimmt.

Gezwungen durch die konjunkturelle Situation versuchen immer mehr Unternehmen zu rationalisieren. Dabei sehen viele im Einsatz der Textverarbeitung in den Büros eine Möglichkeit, ihre Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Dies wird IDC-Analysten zufolge in Europa zu einem Anstieg der verkauften TV-Geräte von 186580 Einheiten 1980 auf mehr als 1,3 Millionen in 1986 führen. Die Wachstumsrate jährlich soll etwa 38 Prozent betragen. Im gleichen Zeitraum rechnen die Marktforscher mit einem Wertzuwachs von 27 Prozent pro Jahr. Bis Ende '86, so prophezeien die Londoner Marktforscher, werde dann ein Volumen von 3,677 Millionen Dollar erreicht sein.

Als Vorreiter dieser Entwicklung präsentiert sich IDC zufolge die erfolgreiche neue Generation von elektronischen Schreibmaschinen. Das Wachstum in diesem Sektor betrug von 1980 rund 95 Prozent. Über den gesamten Zeitraum rechnet man in London mit einem durchschnittlichen Zuwachs von 40 Prozent jährlich. In Geräte-Einheiten ausgedrückt bedeutet dies einen Anstieg von 160700 Einheiten 1980 auf mehr als 1,2 Millionen Stück in 1986. Über eine solche Akzeptanz können sich dagegen die Anbieter von Ein- und Mehrplatztextsystemen noch nicht freuen: Sie werden laut IDC nur um 25 beziehungsweise 18 Prozent, jährlich zulegen können.

Deutschland hat die Nase vorn

Die meisten Systeme sowohl an elektronischen Schreibmaschinen wie auch an Einplatzanlagen setzt bislang immer noch die Bundesrepublik ein. Bei den ersten liegt der deutsche Anteil an den verkauften Einheiten mit 31,4 Prozent deutlich an der Spitze; erst weit abgeschlagen taucht Italien mit einem Anteil von 14,8 Prozent auf. Daß nun die Schreibmaschinen gerade in diesen beiden Ländern solche Erfolge feiert, führen die IDC-Analysten auf die Existenz der beiden großen nationalen Hersteller Olympia und Olivetti zurück.

Im Stand-alone-Markt liegt die Bundesrepublik mit 39,1 Prozent ebenfalls vorn, während die nächsten Plätze an Großbritannien und Frankreich gehen. Verhalten sich hier die Wachstumsraten wie prognostiziert, glaubt IDC, daß bis 1986 der deutsche Markt erste Sättigungstendenzen zeigt und sein Anteil am Gesamtvolumen der Stand-alone-TV-Geräte auf 33 Prozent fallen wird. Im Gegensatz dazu werde Frankreich, dessen Markt nur sehr langsam die Einplatzsysteme aufnimmt, voraussichtlich von 9,5 Prozent auf 13,6 bis 1986 ansteigen.

Bei den Mehrplatztextsystemen hält dagegen Großbritannien unangefochten die Spitzenposition: 27,8 Prozent der Einheiten stehen in britischen Unternehmen während in der Bundesrepublik nur 20,1 Prozent Einsatz finden.

Betrachtet man nun diese Zahlen, so darf, wie die Londoner Marktforscher erinnern, nicht vergessen werden, daß der Büroautomationsmarkt sich erst in den Kinderschuhen befindet. Was auf jeden Fall gesagt werden könne, sei, daß die Produkte sehr schnell "hinzulernten". Die elektronische Schreibmaschine von morgen wird laut IDC vielleicht so aussehen wie ein Einplatzsystem heute plus zusätzlicher Kommunikationsmöglichkeiten.

Bislang indessen, so IDC, werden immer noch 86,1 Prozent des gesamten Textverarbeitungsmarktes durch elektronische Schreibmaschinen repräsentiert. Ein Beispiel für die nun gerade stattfindende Weiterentwicklung der Geräte sei die Olivetti TES 401/501, von der 1980 rund 12 000 Stück verkauft wurden. Ursprünglich nämlich als Einplatztextsystem angekündigt, rangiert sie jetzt ausschließlich unter der Kategorie der elektronischen Schreibmaschinen.

In diesem Marktsegment herrscht den IDC-Analysten zufolge auch Gedränge: Neue Hersteller gewinnen an Bedeutung, wobei auch viele japanische Teile zum Einsatz kommen. Zudem sieht IDC sich hier langfristig ein Preiskampf entwickeln. Denn während sich insgesamt im untersuchten Zeitraum das Wachstum abflachen wird, glaubt IDC, daß sich die Rate in diesem Bereich mit 40 Prozent jährlich halten wird und gegen Mitte des Jahrzents noch zusätzliche Impulse durch Teletext erhält.

Der Markt für Einplatztextsysteme dagegen etabliere sich erst allmählich: Waren 1980 erst 22 000 Anlagen ausgeliefert und damit ein Anteil am gesamten TV-Kuchen von 11,8 Prozent erzielt, ging es 1981 steil aufwärts. Damals erhielt der Markt starke Impulse durch die Ankündigung von neuen Geräten der unteren Preisklasse, wie dem IBM-Displaywriter und ähnlichen Geräten anderer namenhafter DV-Anbieter. Daraufhin erzielten die Hersteller IDC zufolge einen Zuwachs um 73 Prozent auf 38 000 Einheiten.

Bis 1986, so glauben die Analysten, wird sich dies dann auf eine Wachstumsrate von 25 Prozent eingependelt haben. Nach diesen Zahlen sollen dann immerhin schon 84 000 Einheiten beim Kunden stehen. Dabei erwartet IDC hier ebenfalls einen steigenden Konkurrenzdruck, da die Tischcomputerhersteller zunehmend TV-Software anbieten können und viele potentielle TV-Anwender den reinen Einplatzsystemanbietern eine Absage erteilten.

Bescheiden neben all den anderen Erfolgsmeldungen nehmen sich die Zahlen der Mehrplatztextsystemen aus: 1980 waren in Europa laut IDC erst 3800 Geräte an den Mann gebracht. Damit repräsentierten sie einen Anteil am TV Markt von rund 2,1 Prozent. Doch ein kräftiger Wachstumsschub im Jahr darauf erhöhte die Auslieferungen auf 5370.

Dennoch nehmen die Marktforscher an, daß die Mehrplatzsysteme nach und nach von Geräten ersetzt werden, die zum einen Datenverarbeitung zum anderen aber auch Textverarbeitung anbieten können. Zudem seien dann auch meist noch andere Funktionen wie Electronic Mail verfügbar. Deshalb zeichne sich jetzt schon ein harter Wettbewerb zwischen den TV-Anbietern und den DV-Herstellern ab.

Insgesamt tummeln sich laut IDC eine Vielzahl von Anbietern in sämtlichen TV-Sektoren. Einige beschränken sich auf den heimischen Markt, die Mehrzahl jedoch tragen den Marktforschern zufolge in der Branche gut bekannte Namen: Sowohl die klassischen Schreibmaschinenhersteller wie auch das wohlbekannte DV-Unternehmen sei vertreten. Die Ursprungsländer reichten dabei von Europa bis Japan und den USA. 1980 waren IDC zufolge vor allem erfolgreich im Bereich der:

Elektronischen Schreibmaschinen

(in Prozent)

- Olivetti 51 Europa

- Olympia 37,4 Europa

Einplatzsystemen

- Philips 14,3 Europa

- CPT 13,63 USA

- AES 12,3 USA

Mehrplatzsystemen

- Wang 38,7 USA

- AES 20,6 USA

- Wordplex 12,9 USA