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14.02.1997 - 

Kolumne

Noch sind viele Hausaufgaben zu erledigen

Theoretisch hätten sich deutsche Politiker und Gewerkschafter das jahrelange Gezerre um den verlängerten Ladenschluß sparen können. Schließlich dürfte jeder Bürger bald via Internet bequem zu jeder Tages- und Nachtzeit elektronisch einkaufen.

Wie gesagt, theoretisch. Praktisch sprechen einige Anzeichen gegen die schnelle Realisierung dieses Szenarios. Zum einen verspüren von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen relativ wenig Lust zum Geldausgeben - weder elektronisch noch zu Fuß - , zum anderen sind noch etliche Hürden zu überspringen, bevor die hochfliegenden Electronic-Commerce-Pläne von IT-Anbietern, Handelshäusern und Banken auf breiter Basis umgesetzt werden können.

So fehlt es nicht nur in Deutschland, sondern auch im Internet-euphorischen Amerika an potenten Providern. Das zeigen die Kapazitätsschwierigkeiten, die AOL in den vergangenen Wochen hatte, nachdem die Zugangskosten drastisch gesenkt worden waren. Ähnliches widerfährt aber auch hiesigen Internet-Nutzern, die viel Zeit mitbringen müssen, um über Compuserve oder T-Online ins Netz der Netze zu gelangen. Auch sind Sicherheitsprobleme - Verschlüsselung, Firewalls, sichere Transaktionen - genausowenig behoben wie urheberrechtliche Komplikationen.

Bevor der elektronische Markt von genügend Käufern belebt wird, sind noch etliche Hausaufgaben zu erledigen. Neben preiswerter Hard- und Software, die auch von ungeschulten Laien am besten per TV-Fernbedienung bedient werden kann, braucht Deutschland niedrigere Telekommunikationskosten. In den USA beispielsweise erheben viele Carrier für Ortsgespräche keine Gebühren.

Geschieht in den genannten Bereichen nichts, könnten die E-Commerce-Träume schnell platzen. Wie viele Internet-Nutzer darf die Industrie in Deutschland erwarten, wenn zwischen 20 und 60 Mark pro Monat für einen Internet-Zugang gezahlt werden müssen und dabei kostenpflichtige Extra-Stunden, Zahlungen für hochvolumige Datentransfers und die Telefonkosten noch gar nicht berücksichtigt sind? Wie viele Privatleute gibt es, die einen PC benutzen, geschweige denn entsprechende Internet-Software installieren können? Garantiert zu wenige, als daß sich auf den Endverbraucher zielende E-Commerce-Vorhaben in naher Zukunft bezahlt machen könnten.