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22.10.1982 - 

GS-Zeichen sollen die Produktauswahl erleichtern, aber:

Noch zu wenig geprüfte Datensichtgeräte

Bei der Diskussion um die Einführung neuer Technologien spielt das Thema "Ergonomie" eine wichtige Rolle. Dem trägt die diesjährige Orgatechnik mit einem Symposium Rechnung, in dem unter anderem auch die Beanspruchung am Bildschirmarbeitsplatz dargestellt wird.

Klaus Buhmann, Obmann des Sachgebietes "Informationsverarbeitung" im Fachausschuß "Verwaltung" der Berufsgenossenschaft, faßt die bisherigen Erkenntnisse über Datensichtgeräte sowie die geltenden Bestimmungen zusammen.

Seit Jahren wird das Für und Wider neuer Technologien im Büro kontrovers und nicht immer emtionslos diskutiert. Immer noch stehen Ängste und Befürchtungen im Raum, ob und in welchem Umfang die Verwendung von Datensichtgeräten gesundheitliche Beschwerden verursachen oder gar manifeste Gesundsschäden erzeugen.

Die sehr intensiven, weltweiten wissenschaftlichen Untersuchungen haben bereits bei wichtigen Fragestellungen zu befriedigenden Antworten und Gestaltungsanforderungen geführt. In den "Sicherheitsregeln für Bildschirm-Arbeitsplätze im Bürobereich" und, in den DIN-Normen 66233 und 66234 sind Erkenntnisse niedergelegt. die als gesichert anzusehen sind.

Diese für Anwender und seit dem ersten Januar 1982 auch für Hersteller und Importeure verbindlichen Regelungen gehen von folgenden Überlegungen aus: Der Einsatz von Bildschirmgeräten erfolgt mit derart hohen Zuwachsraten, daß bereits in absehbarer Zeit viele Arbeitsplätze im Büro mit Datensichtgeräten ausgestattet sein werden.

Für standardmäßige Büros ohne Bildschirmeinsatz liegen seit Jahren mit den "Sicherheitsregeln für Büro-Arbeitsplätze" und den dort aufgeführten DlN-Normen und den VDE-Bestimmungen gesichterte Gestaltungsanforderungen vor.

Die heute verbreitetet angewendete Gerätetechnologie läßt sich jedoch nur in Ausnahmefällen ohne weiteres integrieren. Hierdurch erforderliche Kompromisse und einseitige Anpassungen an diese Geräte führen an ergonomisch nicht einwandfrei gestalteten Arbeitsplätzen zu körperlichen Zwangshaltungen, deren langfristige Folgen Gesundheitsschäden sein können.

Im Gegensatz dazu treten nach gleichlautender Aussage führender Augenmediziner Schäden des Sehorgans durch Bildschirmtätigkeit nicht auf. Ebensowenig konnten bisher Verschlechterungen des Sehvermögens durch diese Tätigkeiten nachgewiesen werden. Die genannte, noch nicht ausreichende Anpassung an menschengerechte Sehbedingungen kann jedoch arbeitsplatzbezogene Beschwerden wie Kopfschmerzen, brennende und tränende Augen sowie Flimmern vor den Augen bewirken.

Gesteigert werden diese Probleme durch die in vielen Bereichen mit der Einführung dieser Technologie verbundenen Zergliederung von Tätigkeiten. Dadurch sind vielfach Arbeitsabläufe entstanden, die allein schon durch ihre Einseitigkeit zu langdauernden statischen Belastungen führen. Die Folge sind Überforderungen und sehr hohe Beanspruchungen im mentalen, manuellen, visuellen und orthopädischen Bereich, schnellere Ermüdung, Leistungsabfall, Monotonie und erhöhte Fehlerrate. Die mangelnde Akzeptanz dieser neuen Technologie kann durchaus die Ursache für die Flucht in Krankheiten sein.

Um derartige gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden, zeigen die "Sicherheitsregeln für Bildschirm-Arbeitsplätze im Bürobereich" die erforderlichen Anforderungen auf. Organisatorische Aspekte sind hierin nicht als verbindliche Vorgaben, sondern lediglich als Empfehlungen angesprochen. Das soll verdeutlichen, daß die ausschließliche Berücksichtigung technischer Erfordernisse noch keine menschengerechten Arbeitsbedingungen schafft.

Eine Vielzahl von Anforderungen wendet sich an die Hersteller von Bildschirmgeräten und Arbeitsmöbeln. Mit der Benennung der Sicherheitsregeln im Gerätesicherheitsnetz zu Beginn dieses Jahres sind Hersteller und Importeure verpflichtet, die aufgezeigten Anforderungen bei der Produktgestaltung zu berücksichtigen.

Im Normalfall haben Anwender aber nur in sehr geringem Umfang die Möglichkeit, bei derart komplexen elektronischen DV-Systemen die sicherheitstechnische und ergonomische Gestaltung selbst zu überprüfen. Die Unternehmer sind jedoch verpflichtet, Arbeitsplätze so einzurichten und zu betreiben, daß sie den geltenden Unfallverhüturssvorschriften und den allgemeinen anerkannten sicherheitstechnischen und arbeitsmedizinischen Regeln entsprechen . Vom Hersteller oder Importeur sollte deshalb ein Nachweis über die Einhaltung des Gerätesicherheitsgesetzes gefordert werden.

Auf Antrag kann jeder Hersteller oder Importeur bei einer vom Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung anerkannten Prüfstelle seine Produkte auf die Einhaltung der benannten Anforderungen überprüfen lassen. Für sicherhestechnisch und ergonomisch einwandfrei gestaltete Geräte wird eine Bescheinigung ausgestellt, die dazu berechtigt, das geprüfte Produkt mit dem, "GS-Zeichen" auszustatten.

Dieses GS-Zeichen - GS bedeutet "geprüfte Sicherheit" - dokumentiert, daß das Gerät allen Anforderungen gerecht wird, die nach dem heute vorliegenden sicherheitstechnischen und ergonomischen Erkenntnisstand an einen betrieblichen Einsatz zu stellen sind.

Im großen Maße wurden bereits Bürodrehstühle auf Rollen sowie Schreibtische und Bildschirmarbeitstische erfolgreich geprüft. Bei Bildschirmgeräten ist dagegen die Zahl der geprüften Terminals noch gering. Mit Sicherheit ist jedoch in ab sehbarer Zeit ein umfangreiches Marktangebot zu erwarten, das dem erforderlichen Sicherheitsstandard entspricht.