Was taugt Nokias erstes Windows Phone?

Nokia Lumia 800 im Test



Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.

Hardware von der Stange

Was die übrige Hardware angeht, hat es Nokia aufgrund der strengen Vorgaben von Microsoft nicht leicht, sich von der Konkurrenz abzusetzen. Zu den Wettbewerbern zählen nicht nur iPhone 4 S und diverse Android-Boliden, sondern auch Windows Phones von anderen Herstellern, etwa das neu vorgestellte HTC Titan. Immerhin ist das Lumia 800 mit seinem 1,4-GHz (Single-Core-)Prozessor von Qualcomm mit Hardware-Beschleunigung und Grafik-Prozessor noch in etwa auf Höhe der Zeit, was man in der Vergangenheit von etlichen Symbian-Handys - zumindest auf dem Papier - nicht behaupten konnte. Und auch in der Praxis reichen die Motorisierung und selbst 512 MB Arbeitsspeicher völlig aus, um mit Windows Phone 7.5 in jeder Lebenslage zurechtzukommen.

Zu den Highlights des neuen Nokia-Flaggschiffs gehört sicher das AMOLED-Clear-Black-Display. Zwar rufen die Kernwerte mit 3,7 Zoll Bildschirm-Diagonale und einer Auflösung von 480 mal 800 Pixeln nicht gerade Begeisterungsstürme hervor. Das Display lässt sich aber selbst im Freien und bei direkter Sonneneinstrahlung gut einsehen. Hervorzuheben muss man auch die Acht-Megapixel-Kamera mit Carl-Zeiss-Optik: Sie liefert gute, wenn auch nicht überragende Bilder und eignet sich besonders für mehrere Schnappschüsse hintereinander. Videos schießt das Lumia 800 aber "nur" mit maximal 720p (1280 mal 720 Pixel) Auflösung und ist damit leider nicht mehr auf den neuesten Stand (1080p). Zu bemängeln ist außerdem eine fehlende Frontkamera für Videotelefonate, zumal bereits andere Windows Phones damit ausgestattet sind und eine Skype-Version für WP7.5 in Arbeit ist.

Auch die übrigen Hardware-Features sind nicht unbedingt berauschend. So beträgt der interne Speicher nur 16 GB und kann mangels MicroSD-Kartenunterstützung auch nicht erweitert werden. Die von Microsoft angebotenen 25 GB im Skydrive sind keine gleichwertige Alternative, da nicht überall eine schnelle und günstige Internet-Verbindung besteht. Außerdem werden Bilder beim Hochladen in den Online-Speicher heruntergerechnet.

Der Akku ist mit einer Kapazität von 1450 mAh angemessen, langjährige Nokia-Nutzer werden jedoch mit Verwunderung feststellen, dass ihr Gerät nun fast jeden Abend nach dem Ladestecker verlangt. Für iPhone- und Android-Besitzer ist dies hingegen schon längst Alltag. An Verbindungen unterstützt das Lumia 800 WLAN, Bluetooth 2.1 sowie HSDPA+ mit 14,4 Mbit/s Durchsatz. Auf Extras wie NFC oder HDMI zur Wiedergabe von Multimedia-Inhalten auf einem Fernseher wurde dagegen verzichtet.

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