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29.08.2006

Nokia Siemens Networks stellt die Weichen

Vier Monate vor dem voraussichtlichen Start des Gemeinschafts- unternehmens laufen die Planungen auf Hochtouren.

Wenn die Kartellbehörden zustimmen und Detailfragen bis dahin rechtzeitig geklärt werden können, soll Nokia Siemens Networks, der drittgrößte TK-Ausrüster nach Ericsson und Lucent Alcatel, Anfang Januar 2007 seine Arbeit aufnehmen. In Wirtschaftskreisen - vor allem in Übersee - wird die Formung des neuen Netzwerkriesen als intelligenter Schachzug von Siemens-CEO Klaus Kleinfeld gefeiert. In seiner neuen Ausgabe nahm das Magazin "BusinessWeek" den 48-Jährigen neben Managern wie Bill Gates, Rupert Murdoch und Donald Trump als einzigen Deutschen in eine Liste der durchsetzungsfähigsten Wirtschaftsmagnaten der Welt auf. Indem er schwache Geschäfte abstoße, konzentriere sich Kleinfeld auf die Stärken von Siemens, so das Lob.

Kritischer sieht die IG Metall den Zusammenschluss: Kleinfeld habe mit der Übergabe des Netzwerksgeschäfts an das Joint Venture zwar zur Schaffung eines Global Player beigetragen, der zu zirka zwei Dritteln aus Siemens-Geschäft, Kunden, Patenten und Umsätzen bestehe, aber nur zu 49,99 Prozent Siemens gehöre. Wenn Kleinfeld in dieser Angelegenheit Lob verdiene, dann für das aufrichtige Eingeständnis der eigenen Unfähigkeit zur Problemlösung. Nokia könne es halt schlicht besser als Siemens.

In der Tat haben die Finnen im Management des Joint Venture das Sagen. Olli-Pekka Kallasvuo, CEO von Nokia, wird dem Verwaltungsrat in der Funktion des Chairmans vorsitzen. Operativ geführt wird das Gemeinschaftsunternehmen vom bisherigen Chef von Nokia Networks, Simon Beresford-Wylie. Ihm steht mit Mika Vehviläinen ein weiterer Nokia-Manager als COO zur Seite. Siemens steuert lediglich mit Peter Schönhofer den Finanzvorstand bei.

Anders schaut die Situation bei der Verteilung der Aufgaben aus: Von den insgesamt sechs Bereichen werden vier von Deutschland aus gesteuert. Lediglich die Geschäftsbereiche "Radio Access" und "Operation Support Systems" befinden sich in Finnland. In Deutschland sollen die Zentralen für das Servicegeschäft, die nicht minder wichtige Sparte "IP Networking & Transport" sowie die Bereiche "Service Core & Applications" und "Broadband Access" angesiedelt sein.

Auch personell könnte die Siemens-Belegschaft mit einem blauen Auge davon kommen. Als Nokia und Siemens Ende Juni ankündigten, dass von den insgesamt 60 000 Arbeitsplätzen in den kommenden vier Jahren zehn bis 15 Prozent wegfallen sollen, wurde erwartet, dass die Stellenstreichungen vor allem in Deutschland stattfinden würden. Das Münchner Unternehmen bringt immerhin 37 000 Mitarbeiter in das Joint Venture ein. Inzwischen stellt sich aber auch die Belegschaft von Nokia auf größere Kürzungen ein.

Grund ist eine Arbeitsplatzgarantie bis Ende 2009, die die IG Metall dem Siemens-Konzern abgerungen hatte. Siemens bestätigte ein entsprechendes Abkommen. Der Konzern weist jedoch gleichzeitig darauf hin, dass es flexible Möglichkeiten für einen Arbeitsplatzabbau gebe, etwa Vorruhestandsregelungen oder Abfindungsangebote. (mb)