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16.11.2001 - 

Absage an Microsoft-Technologien

Nokia startet Initiative zur UMTS-Standardisierung

LAS VEGAS (CW) - Der Handy-Hersteller Nokia hat eine Brancheninitiative eingeleitet, um Anwendungen auf Handys der dritten Generation zu vereinheitlichen und interoperabel zu machen. Dabei setzt das Konsortium auf Suns Java-Umgebung und das Liberty Alliance Project zur Authentifizierung.

Praktisch alle wichtigen Hersteller und Netzbetreiber haben sich der Standardisierungsgruppe "Open Mobile Architecture Initiative" angeschlossen, die der Nokia-Chef Jorma Ollila auf der Comdex angekündigt hat. Hierzu gehören AT&T Wireless, NTT Docomo und Vodafone auf Netzbetreiberseite sowie Motorola, Siemens, Samsung und Sony/Ericsson als Gerätehersteller. Außen vor sind AOL Time Warner, Microsoft und Qualcomm, die ihre proprietären Standards etablieren möchten.

Die Herstellervereinigung um Nokia beabsichtigt dagegen, sich auf eine Reihe von offenen Standards festzulegen, die die Kommunikation zwischen Endgeräten erleichtern und die Interoperabilität in den Mobilfunknetzen erhöhen sollen. Unter anderem werden die Endgeräte die Verwendung von Java-Anwendungen ermöglichen. Außerdem sollen sich mit Hilfe der "Multimedia Messaging Services" (MMS) Multimedia-Nachrichten austauschen lassen, die auch Grafiken und Videos enthalten können. Weitere Technologien sind XHTML als Web-Seiten-Beschreibungssprache, Sync ML für den Datenaustausch mit PCs und anderen Endgeräten sowie WAP 2.0 für die Darstellung von Inhalten. Hierfür wird Nokia auch Teile seiner bislang streng geschützten Handy-Software-Pakete an Drittanbieter lizenzieren.

Darüber hinaus wird sich das Konsortium um eine einheitliche Benutzerauthentifizierung bemühen. Bester Kandidat hierfür ist nach Angaben von Pertti Korhonen, Senior Vice President bei Nokia Mobile Software, das Liberty Alliance Project. Diese Technik wurde von Sun als Gegenentwurf zu Microsofts Passport-Dienst entwickelt.

Auch auf der Netzbetreiber-Seite sind noch stärkere Normierungen vorgesehen. So wird angestrebt, W-CDMA als Netzstandard festzulegen, einem von verschiedenen CDMA-Übertragungsverfahren, bei denen mehrere Anwender in einem Frequenzbereich arbeiten. W-CDMA bietet Vorteile bei schneller Bewegung, bringt dafür aber Beschränkungen in der Übertragungsgeschwindigkeit mit sich.

Mit der Initiative will Nokia verhindern, dass der Mobilfunkmarkt zu stark fragmentiert wird. "Es würde vielleicht ein halbes Dutzend verschiedene Standards weltweit geben, jeder mit kleinen Volumen, so dass keine Skaleneffekte erzielt werden und international keine Interoperabilität gewährleistet ist, was Kunden aber wollen", erläuterte Nokia-Chef Ollila sein Engagement. Offene Standards seien das beste, um das Geschäft zu stimulieren. (mo)