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31.05.2005

Nokia startet Produktreihe jenseits der Handys

Mit dem "Nokia 770 Internet Tablet" bringen die Finnen ein Gerät ohne Mobilfunkfunktion heraus.

Nokia präsentiert erstmals seit dem Ausstieg aus der Fernsehproduktion im Jahre 1997 ein Gerät, das keine Telefonfunktion hat. Das Nokia 770 ist Debütant einer neuen Produktkategorie so genannter Internet Tablets. Und während Nokias Handys mit dem Betriebssystem Symbian arbeiten, läuft auf dem Internet Tablet Linux.

Das Nokia 770 steht zwischen PDA und Notebook. Das Gerät von der Größe eines kleinen Taschenbuchs wird horizontal mit einem Stift bedient, sein Display hat eine Auflösung von 800 mal 400 Pixeln. Es ist in erster Linie für das Surfen im Internet und zur E-Mail-Kommunikation gedacht. Dazu unterstützt das Internet Tablet Wireless LAN oder alternativ Bluetooth-Verbindungen mit einem kompatiblen Mobiltelefon. Zu seiner ersten Softwareausstattung gehören ferner eine Internet-Radio-Anwendung, ein RSS-Newsreader, ein Foto-Manager sowie ein Audio- und Video-Player.

Nokia hat das zugehörige Programmier-Tool "Maemo" als Open Source zur Verfügung gestellt, um unabhängige Entwickler und Softwarehäuser zu weiteren Anwendungen für Internet Tablets anzuregen. Für das erste Halbjahr des kommenden Jahres hat das Unternehmen bereits das nächste Software-Release angekündigt, das Voice over IP und Instant Messaging unterstützen soll. Das Gerät soll zum Preis von 350 Dollar im dritten Quartal 2005 in ausgewählten Ländern Europas sowie Nord- und Südamerikas auf den Markt kommen.

Trotz des Preisarguments bezweifeln Analysten die Chancen dieser neuen Produktkategorie. Sie gehen davon aus, dass mobile Anwender vollwertige Notebooks vorziehen werden. Außerdem verweisen sie auf die Misserfolge von Toshiba mit dem Subnotebook "Libretto" und Sharp mit dem Tastatur-PDA "Zaurus" im Bereich zwischen PDA und Laptop.

Patente für Linux freigegeben

Zeitgleich mit der Vorstellung des Internet Tablet hat Nokia sämtliche eigenen Patente für die Entwicklung des Linux-Kernels freigegeben. Das Recht, geistiges Eigentum der Finnen verwenden zu können, beschränkt sich auf offizielle Kernel-Releases. Das Unternehmen prüft zurzeit, ob auch andere Open-Source-Projekte die Patente nutzen dürfen. Nokia behält sich vor, einzelne künftige Entwicklungen von der Freigabe auszuschließen. Explizit ausgenommen von der Freigabe sind Unternehmen, die eigene Patentrechte gegen die Entwicklung des Linux-Kernels geltend machen.

Nokia ruft alle Unternehmen auf, Open-Source-Projekten die Nutzung von Patenten zu gestatten. Zuvor haben dies unter anderen schon IBM, Sun und Computer Associates ermöglicht. "Nokia glaubt, dass Open-Source-Software-Communities wie offene Standards Innovation fördern und einen wichtigen Beitrag zur Schaffung und schnellen Annahme von Technologien leisten", heißt es in einer Erklärung. "Nokia geht davon aus, dass die Investitionen so vieler Individuen und Unternehmen in die Entwicklung des Linux-Kernels und anderer Open-Source-Software ein sicheres Rahmenwerk verdienen." (ls)