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08.11.2004

Nokia will seine Handy-Marken schützen

Angesichts abflauender Wachstumsraten droht im Handy-Geschäft ein schärferer Wettbewerb.

Die Finnen beschuldigen den französischen Hersteller Sagem, die eigenen Handy-Modelle kopiert und damit Designrechte verletzt zu haben. Nokia verlangt deshalb, Sagem müsse sein Mobiltelefon "MyX5-2" vom Markt nehmen. Außerdem fordert der Konzern Schadensersatz von den Franzosen. Nokia habe eine Menge Geld und Zeit in die Entwicklung und das Design seiner Modelle gesteckt, argumentiert Firmensprecherin Arja Suominen. "Diese Leistungen werden wir schützen." Die Sagem-Verantwortlichen haben bislang zu den Vorwürfen keine Stellung bezogen.

Damit machen die Nokia-Verantwortlichen erstmals Ernst mit ihrem Design-Watch-Programm. Die im laufenden Jahr gestartete Initiative soll der Marke und dem Design der Nokia-Modelle mehr Kontur und Schärfe im Markt verschaffen. Das könnte vor allem im kommenden Jahr auch nötig sein. Dann wollen die Finnen nämlich rund 40 neue Handy-Modelle vorstellen. 2004 waren es 35.

Die Ziele der Nokia-Verantwortlichen sind ehrgeizig. Mit den vielen neuen Geräten strebt Konzernchef Jorma Ollila einen Anteil von 40 Prozent am weltweiten Handy-Geschäft an. Derzeit hält der Marktführer laut den Untersuchungen der Marktforscher von Strategy Analytics rund 31 Prozent. Gegenüber dem zweiten Quartal 2004 bedeutet dies zwar ein Plus von zwei Prozentpunkten. Im Vorjahr hatte Nokia allerdings noch rund 34 Prozent Marktanteil verbucht. In der Folge hätten die Verantwortlichen jedoch den Trend zu Klapp-Handys und hoch auflösenden Farb-Displays im Mittelpreissegment verschlafen, so der Vorwurf der Analysten.

Laut den jüngsten Prognosen der Marktforscher dürfte es Nokia jedoch schwer haben, seinen Marktanteil im kommenden Jahr signifikant zu erhöhen. Während 2004 noch mit weltweit rund 650 Millionen verkauften Geräten ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr von etwa 30 Prozent erwartet wird, soll der Markt 2005 nur noch um knapp zehn Prozent nach verkauften Stückzahlen zulegen. Experten gehen daher davon aus, dass sich der Wettbewerbsdruck weiter erhöht und die Gewinnmargen der Hersteller sinken werden. Dies bekamen die Finnen bereits im zurückliegenden Quartal zu spüren. Während sich die Zahl der abgesetzten Geräte kaum veränderte, sank der Umsatz der Handy-Sparte um 13 Prozent auf 4,43 Milliarden Euro zurück. Wie die Nokia-Verantwortlichen angesichts dieser Situation den Marktanteil steigern wollen, bleibt unklar. Zudem gab Nokia-Chef Ollila zu verstehen, dass er mit einer deutlichen Abkühlung im Handy-Geschäft rechne.

Mit Blick auf die Bilanzen dreht Nokias CEO an der Kostenschraube. So sollen beispielsweise die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung bis 2006 auf neun bis zehn Prozent des Nettoumsatzes zurückgefahren werden. Aktuell betragen die Entwicklungsinvestitionen zirka 13 Prozent. In diesem Zusammenhang müsse die Effizienz in der Entwicklung verbessert werden, fordert der Nokia-Chef. Dazu könnte auch gehören, mit Argusaugen über die eigenen Arbeitsergebnisse zu wachen und potenziellen Nachahmern per Gerichtsverfahren von vornherein den Wind aus den Segeln zu nehmen. (ba)