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Risikofaktor Mobilfunk-Equipment


20.09.2002 - 

Nokias Ausblick belastet primär Ericsson

MÜNCHEN (CW) - Die Prognosen von Nokia für das dritte Geschäftsquartal sorgten für gemischte Gefühle: Während das Unternehmen im Handy-Geschäft weiter wächst, bereitet der Netzwerkbereich nach wie vor Probleme. Dennoch schneiden die Finnen im Vergleich zu Ericsson deutlich besser ab.

Aufgrund der Geschäftsentwicklung in den Monaten Juli und August senkte Nokia seine Umsatzprognose für das dritte Quartal um 200 Millionen Euro auf einen Betrag zwischen 7,1 und 7,4 Milliarden Euro, der Pro-forma-Gewinn soll jedoch im oberen Bereich der bisher erwarteten 15 bis 17 Cent pro Aktie liegen. Allerdings kündigte Nokia eine Abschreibung von knapp 300 Millionen Euro an, da der Mobilfunkanbieter Mobilcom einen Teil der 752 Millionen Euro schweren Lieferantenkredite nicht bedienen kann. In der Handy-Sparte geht der Branchenprimus mit einem Marktanteil von fast 36 Prozent (Gartner Dataquest) dagegen davon aus, dass die 5,26 Milliarden hohen Einnahmen im Vorjahresquartal um vier bis neun Prozent übertroffen werden. Wegen der starken Nachfrage nach neuen Produkten rechnet das Unternehmen mit einer operativen Marge von wenigstens 20 Prozent. Den Finnen ist es somit offenbar geglückt, die dabei angefallenen Kosten für Forschung, Entwicklung und Marketing aufzufangen.

Sorgenkind ist dagegen nach wie vor das Netzwerk-Geschäft. Nokia schätzt, dass der Umsatz der Sparte um rund fünf Prozent unter den 1,66 Milliarden Euro im Vorjahresquartal liegen wird. Nach eigenen Angaben leidet dabei der GSM-Bereich unter der Investitionszurückhaltung der Carrier, während das UMTS-Geschäft gerade erst in Gang kommt.

Dass Nokia im Gegensatz zu anderen Wettbewerbern mit Mobilfunk-Equipment immerhin noch Geld verdient, deutet an, dass das Unternehmen mit seiner Strategie auf dem richtigen Weg ist. Die Finnen haben inzwischen rund 60 Prozent der Fertigung ausgelagert und die Hälfte des verbleibenden Netzwerkgeschäfts in China angesiedelt.

Anders der Konkurrent Ericsson: Das schwedische Unternehmen hatte im vergangenen Jahr seine Handy-Sparte in ein Joint Venture mit Sony eingebracht, um sich auf das Kerngeschäft TK-Ausrüstung zu konzentrieren. Bedingt durch die Konjunkturflaute und die Probleme der Carrier weisen mittlerweile beide Bereiche hohe Verluste auf. Erst kürzlich drohten die Schweden dem Gemeinschaftsunternehmen die Zahlungen einzustellen, wenn dieses nicht bald erste Erfolge vorweisen könne. Außerdem rechnet der Konzern mit einer weiteren Konsolidierung bei den UMTS-Lizenznehmern. So prognostizierte Thorbjörn Nilsson, Marketing- und Strategieleiter bei Ericsson, gegenüber der "Financial Times", dass auf den größeren Märkten vielleicht vier Betreiber übrig bleiben, auf den kleineren Märkten werde es entsprechend weniger Überlebende geben.

Bei der Bewertung des Quartalsausblicks von Nokia richtete sich daher ein Großteil der Analystenkritik auf den schwedischen Konkurrenten: So bewertete etwa die Investmentbank Lehman Brothers den unerwartet schwachen Umsatz von Nokia in der Netzwerksparte als Beleg für "die Herausforderung, die auf Ericsson als größtem Mobilfunkausrüster zukommt". (mb)