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19.07.2007

Nokias mobiles Büro reift heran

Nokia feilt mit der aktuellen "Communicator"-Version "E90" weiter an seinem Konzept vom aufklappbaren Alleskönner. Die COMPUTERWOCHE hat das neue Flaggschiff der finnischen Business-Handy-Flotte getestet.

Die Inkarnation des Mobile Office, Telefonzelle oder Ziegelstein? Bereits auf der CeBIT 1996, als der finnische Handy-Riese Nokia den Nokia 9000 Communicator vorgestellt hatte, schieden sich an dem Gerät die Geister. Auch bei den Nachfolgemodellen hielt sich die Verbreitung in Grenzen, was neben dem Preis und kleineren Unzulänglichkeiten wohl auch mit den Dimensionen zusammenhängen mag. Zugegeben, auch bei dem nun auf den Markt gebrachten E90 Communicator stechen zunächst die riesigen Ausmaße von 13,2 mal 5,7 Zentimetern und (vor allem) die Dicke von zwei Zentimetern ins Auge.

Hier lesen Sie ...

warum sich der E90 seiner Pfunde nicht zu schämen braucht;

welche Verbesserungen gegenüber der Vorgängerversion vorgenommen wurden;

welche Vorteile der Wechsel auf die S60-Plattform hat.

Kurz gefasst

Produkt: E90 Communicator.

Hersteller: Nokia.

Kategorie: Smartphone.

Verfügbarkeit: sofort.

Preis: 879 Euro (Listenpreis ohne Abschluss eines Mobilfunkvertrags).

+ Hochwertige Verarbeitung;

+ üppige Ausstattung;

+ intelligente Detaillösungen.

- hoher Preis;

- fehlender Touchscreen;

- kleinere Schwächen (Kamera, GPS).

Fazit: Mit Funktionen wie GPS, HSDPA, WLAN und Megapixel-Kamera hat Nokia seinen Communicator wieder auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Wem der Preis von 880 Euro (Listenpreis) nicht wehtut, der erhält dafür den nahezu idealen Begleiter für den Geschäftsalltag sofern er vorwiegend SMS oder E-Mails tippt. Wer regelmäßig längere Texte schreiben muss, sollte auf ein Notebook zurückgreifen oder zusätzlich in eine Funktastatur investieren.

Durchaus elegant für ein Nokia-Handy

Das Gewicht ist zwar gegenüber der Vorgängerversion, dem Nokia 9500 Communicator, auf 210 Gramm zurückgegangen. Nach wie vor eignet sich der Communicator aber nicht für den Transport in Hemd- oder Jackentasche. Davon abgesehen ist das in den Farben Mocca und Rot erhältliche Gerät aber durchaus ansehnlich; nicht unbedingt ein Designerstück wie das iPhone von Apple, aber für ein Nokia-Handy wirklich schick und modern. Auch die Verarbeitung kann sich sehen lassen, das Gehäuse ist aus lackiertem Metall und weist anders als manche anderen Nokia-Geräte - keine unmäßig großen Spalten und Ritzen auf.

Gemäß dem Motto "Form follows function" sind die Scharniere der Oberschale nun nicht nur verchromt, sondern auch deutlich robuster und verfügen nicht mehr über die "Sollbruchstelle" der Vorgängerversion. Zudem weist der Deckel jetzt Feststellpunkte im 90-Grad- und 180-Grad-Winkel auf und dank besserer Gewichtsverteilung kippt das Gerät beim Öffnen nicht mehr um.

Im Inneren verbirgt sich ein 800 mal 352 Pixel großes Display, das 16,7 Millionen Farben darstellen kann. Der Bildschirm ist breit genug, um die meisten Texte, Tabellen und Web-Seiten gut einsehen und bearbeiten zu können. Auf ein Touchscreen, das angesichts der Ausmaße durchaus Sinn geben würde, hat Nokia jedoch verzichtet. Stattdessen befindet sich auf der unteren Hälfte eine große Qwertz-Tastatur samt Fünf-Wege-Navigation. Die Tasten haben einen guten Druckpunkt und sind groß genug, um mit zwei Fingern zu arbeiten. Für Beherrscher des Zehn-Finger-Systems ist die Tastatur aber weniger geeignet. Außerdem hat Nokia die Position einiger Zeichen (Komma, STRG sowie der Buchstaben "ü" und "ä") verschoben, um Platz für die Navigation zu haben. Gewöhnungsbedürftig ist auch die Bedienung der beiden Softkeys am rechten Rand des Displays mit dem rechten Daumen. Gut zugänglich sind dafür die acht Funktionstasten unterhalb des Displays, darunter eine frei belegbare.

Umstieg aufS60-Plattformen

Kenner von anderen Nokia-Smartphones werden sich in der Menüführung sofort zurechtfinden, während Besitzer eines Communicator 9500 etwas umdenken müssen. Grund dafür ist der Wechsel von S80 auf die in Smartphones der N- und E-Series-Reihe genutzte S60-Plattform (Version 3.1). Der Umstieg lässt sich verschmerzen: Zum einen arbeitet der neue Communicator dank des schlankeren Systems und TIs Omap2420-Prozessor mit 330 Megahertz Taktfrequenz mehr als doppelt so schnell als sein Vorgänger. Zum anderen stehen für die populäre S60-Plattform bereits eine Vielzahl von Business- und sonstigen Anwendungen bereit, darunter die mit Microsoft Word, Excel und Powerpoint kompatible Softwaresuite Quickoffice. Außerdem hat Nokia mit dem "Data Mover" einen Weg geschaffen, die auf einem 9500 genutzten Daten via Bluetooth zu portieren. Elegant ist auch die mit dem Umstieg auf S60 verbundene Möglichkeit, während laufender Anwendungen von der Innenseite auf das Außendisplay zu wechseln. Der Nutzer ist damit etwa in der Lage, unterwegs schnell auf dem nun 240 mal 320 Pixel großen Bildschirm Informationen abzurufen, ohne das Gerät umständlich auspacken und öffnen zu müssen. Zum Vergleich: Die Vorgänger sind mit einer für einfache Telefoniefunktionen ausreichenden S40-Oberfläche ausgestattet.

Bei der technischen Ausstattung hat Nokia im E90 all das gebündelt, was heute im gehobenen Handy-Bereich Standard ist. Das Quadband-Handy unterstützt neben GPRS, Edge und UMTS auch den Datenturbo HSDPA und WLAN (IEEE 802.11b/g). Auf die bisher angebotene Fax-Unterstützung wurde dage-gen endgültig verzichtet. Zu den weiteren Features zählen ein integrierter Sirfstar-III-GPS-Empfänger mit der dazu passenden Anwendung Nokia Maps, UKW-Radio, MP3-Player und zwei Kameras.

Gute Ausstattung zum stolzen Preis

So viel Ausstattung hat allerdings ihren Preis, Nokia verlangt für das Gerät 880 Euro, dabei sind vor allem die 3,2-Megapixel-Kamera und das GPS nicht über alle Zweifel erhaben. So wartet die Kamera zwar mit Autofokus, LED-Blitz und einem umfangreichen Menü auf. Der Nutzer muss beim Knipsen jedoch eine Verzögerung von ein bis zwei Sekunden in Kauf nehmen. Beim GPS ist man mitunter bereits am Ziel angekommen, bevor die Orientierungspunkte geladen wurden. Damit endet aber bereits die Liste der wichtigsten Schwachpunkte. Positiv hervorzuheben sind noch der Akku, der mit einer Kapazität von 1500 Milliamperestunden selbst einen stressigen Arbeitstag überstehen kann, der nun von außen zugängliche Micro-SD-Steckplatz sowie die zahlreichen Schnittstellen.