Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

21.09.1979 - 

Netzkunden willkommen:

Nordrhein-Westfalen baut Datenvermittlungssystem weiter aus

Bei der stufenweisen Realisierung des

Datenvermittlungssystems Nordrhein-Westfalen (DVS) wurden im vergangenen Monat entscheidende Fortschritte erzielt. Jetzt sind die Voraussetzungen gegeben, noch im laufenden Jahr den Netzkunden des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik die Vorteile der modernen Technologie und Systemarchitektur anzubieten.

Grundlage für das DVS ist das "Gesetz über Organisation der automatisierten Datenverarbeitung in Nordrhein-Westfalen-ADVG NW" vom 12. Februar 1974. Das Gesetz hat zum Ziel, die Effizienz der Verwaltung durch vielfältigen Informationsaustausch zu erhöhen sowie Kommunikationswege (Leitungen) wirtschaftlicher zu nutzen. Deshalb sind die verschiedensten Rechenzentren des Landes, der Kommunalverwaltungen und der Hochschulen über ein Rechner-Verbund-Netz

zusammenzuschließen. Verantwortlich für den Aufbau des DVS ist das "Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik" (LDS) in Düsseldorf.

In der öffentlichen Verwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen sind heute über 40 Rechenzentren und über 1000 kleinere Rechner und Terminals in Betrieb. Zwischen diesen wird für die nächsten Jahre ein vielfältiger Informationsaustausch erwartet, zum Beispiel über einen Datenverbund, einen Kapazitätsverbund, einen Funktionsverbund oder einen Sicherheitsverbund.

Diese Anforderungen decken sich ziemlich genau mit dem von Honeywell Bull seit Jahren verfolgten Konzept des Distributed Systems Environment (DSE).

Begonnen hat Honeywell Bull mit dem Vorhaben bereits 1974. Der erste Kommunikationsrechner (eine H 716) wurde im November 1975 für Testzwecke bei Matthiesen-Kienzle in Düsseldorf installiert. Später kam dieser Rechner in das Rechenzentrum der Finanzverwaltung des Landes NW, wo der Anschluß der Datenerfassungssysteme (DES 777 von HB) an den Großrechner der Finanzverwaltung (Modell 66/80) über das DVS erprobt wurde.

Seit Mai 1977 verwendet das Landesamt ein Honeywell Bull Duplex System 716 für Test- und Kommunikationszwecke. Damit wurden bisher zahlreiche Prozeduren (Leitungsprozeduren, Paketvermittlungsprozeduren, Datentransportprozeduren) auf Bewährung geprüft - teils in Zusammenarbeit mit der Hochschule Düsseldorf. Die doppelte Auslegung des Systems gewährleistet auch bei eventuellem Hardwareausfall die Aufrechterhaltung der Kommunikationsrechner-Funktion.

Dem internationalen Normvorschlag X.25 folgend, wurden auch die Prozeduren X.25/2 und X.25/3 sehr schnell realisiert und integriert. Als Leitungsprozeduren stehen zur Verfügung: HDLC LAP B, HDLC LAP C (Symmetrisches System) und DIN 66019 Variante 5a. Als Paketvermittlungsprozedur nutzt man heute ausschließlich X.25/3.

Der große Schritt nach vorne wurde schließlich mit dem Anschluß von IBM 370/168 und Siemens 7.7XX Systemen an das DVS neben den bereits angeschlossenen Hochschulen mit TR 440 vollzogen. Damit trat das DVS aus der Testphase in eine Art Produktionsphase ein.

Gleichzeitig wurde von Honeywell Bull in sechs Monaten die gesamte Netzsoftware auf das System 6 (ebenfalls ein Duplex-System) umgestellt. Das war in so kurzer Zeit nur deshalb möglich, weil es sich bei dieser Netzsoftware um ein geschlossenes Sub-System handelt, welches nach den Regeln der Strukturierten Programmierung entworfen und realisiert wurde und sehr bedienungsfreundliche, problemlos ausführbare Testmöglichkeiten enthält.

Die maximale Durchsatzrate durch einen Netzknoten beträgt zirka 80 Pakete pro Sekunde. Bei einer Paketlänge von 128 Bytes ergibt das einen Durchsatz von rund 10 000 Zeichen pro Sekunde - eine Rate, die sich durch den Einsatz eines Cache-Memory bei Bedarf erheblich steigern läßt. Die Zahl der Leitungen am Netzknoten wurde zunächst auf acht HDLC- und zwei synchrone Leitungen festgelegt; im Bedarfsfall kann erweitert werden.

Neben dem bereits realisierten Netzknoten wird Honeywell Bull 1979 auch noch den Teilnehmer-Anschluß an das Netz realisieren. Dafür sind zwei Produkte einsetzbar: die entsprechend abgewandelte und ergänzte Netzknotensoftware (ein Produkt der deutschen Honeywell Bull AG) und der MINI 6 DSS, ein in Frankreich entwickeltes DAS-Erzeugnis (DAS = Distributed Systems Architecture). Der MINI 6 DSS (DSS=Distributed Systems Satellite) wurde speziell für Netzwerkanwendungen entwikkelt. Mit diesen Produkten ist der Hersteller in der Lage, mit den Systemen 6 sowohl ein X.25-Netzwerk aufzubauen und zu betreiben als auch sich an ein X.25-Netz anzukoppeln und damit seinen Kunden die Vorteile dieser modernen Technologie und Systenarchitektur zu erschließen.

*Heinz Mann ist Netzwerk-Spezialist bei der Honeywell Bull AG in Eschborn