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18.07.1980 - 

Relationale und verteilte DB-Konzepte vergrößern die Probleme:

Normierte DB-Schnittstelle entfernter denn je

Mit Frederick H. Schuchardt*, Geschäftsführer der Data Research International GmbH, Friedrichsdorf, sprach Jochen Ewe

þWie würden Sie, Herr Schuchardt, als Kenner der Materie die Situation skizzieren, wenn Sie das Stichwort "normierte Datenbank-Schnittstelle" hören ?

Mit der Normierung von Datenbankschnittstellen sind die Leute schon seit zig Jahren befaßt in all den - Ausschüssen in den USA - ANSI, SPARC etc. Das ganze ist eine langwierige Geschichte und für den Anwender ein unwahrscheinliches Problem. Der Anwender ist dem Lieferanten im wahrsten Sinne des Wortes "ausgeliefert". Von Standards kann auf diesem Gebiet noch keine Rede sein; jedenfalls noch nicht. Im Augenblick wird immer noch diskutiert. Und jetzt ist noch das Problem hinzugekommen, daß man das relationale Datenbankmodell da mit hineinbringen möchte.

þAuf Betreiben von IBM?

Nicht unbedingt nur von IBM- es gibt auch andere, die das gerne möchten. IBM ist nicht so sehr die treibende Kraft hinter dem relationalen Datenbanksystem- die haben das übrigens ein bißchen zurückgestellt. Neuerdings gibt es noch ein weiteres Problem: die sogenannten Distributed Data Bases - und die sollen ebenfalls mit in die Normierung hinein. Man kann sich vorstellen, was und wann da etwas herauskommt.

- Ist bei Ihnen also nichts als Pessimismus zu verzeichnen?

Nein, nein. Allzu pessimistisch möchte ich wiederum nicht sein. Aber es darf nun einmal als sicher gelten daß man sich mit dieser Problematik noch Jahre wird beschäftigen müssen bis es zu einer anständigen Lösung kommt - wenn es überhaupt dazu kommt. Für den Anwender bedeutet das, daß er zumindest so lange von seinem Datenbank-Lieferanten abhängig bleibt.

þHeißt dies etwa auch, daß ein Klein-Adabas-Anwender, der von seinem DEC-Rechner auf eine Großanlage umsteigen will, Schwierigkeiten beim gleichzeitigen Wechsel auf Normal-Adabas zu erwarten hat?

Nein. Das ist etwas anderes. Wenn wir von Schnittstellen sprechen, möchten wir die Leute völlig unabhängig machen von Produkten. Es wäre ein Traum, wenn zum Beispiel jemand ohne weiteres von IMS auf Adabas umsteigen könnte oder umgekehrt. Aber das geht im Moment überhaupt nicht - mit einigen Ausnahmen: Cullinane hat jetzt beispielsweise "Escape angekündigt, mit dem es möglich sein soll, DL/1-Anwendungen unter IDMS laufen zu lassen. Wie gut dieses Produkt ist, weiß ich nicht; dafür ist es zu neu.

þWürden Sie Escape Schnittstellencharakter zusprechen?

Es ist keine normierte Schnittstelle, sondern nur ein Programm, das DL/1 quasi simuliert oder emuliert - wie sie das auch nennen wollen. Vielleicht könnte man hier von Hilfswegen reden, jedenfalls nicht von einer normierten Schnittstelle. Ob es überhaupt mal zu einer kompletten normierten Schnittstelle kommen wird, ist - ich kann es nur wiederholen immer noch fraglich.

þBesteht an dem ganzen Vorhaben möglicherweise kein breites Interesse?

Jedenfalls liegt es nicht unbedingt im Interesse des Herstellers. Und unglücklicherweise ist es so: Obwohl die Anwender sich dauernd beklagen, tun sie nur sehr wenig, um zu dieser normierten Schnittstelle zu kommen. Jeder ist mit seinen individuellen Problemen derart beschäftigt, daß für ein Engagement darüber hinaus nicht mehr viel übrig bleibt. Mit dieser Kritik richte ich mich vor allem an die Anwendervereinigungen .

þKönnte man vielleicht von einem noch nicht genügend ausgeprägten Problembewußtsein in Deutschland sprechen?

Das würde ich so nicht sagen. Die Aktivitäten auf diesem Gebiet sind in Deutschland vielleicht nicht so groß wie in den USA, aber die Problematik ist bekannt; da gibt es keinen Zweifel. Es gibt ja auch beispielsweise deutsche Beisitzer zum ANSI und zum SPARC und wie diese Komitees alle heißen.

Herausgeber des "data base newsletter"