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03.02.1989 - 

Norwegischer Minicomputerhersteller rutscht erstmals in die Verlustzone:

Norsk Data saniert mit Standardprodukten

FRANKFURT (dow) - Nach fünfzehn Jahren schreibt der norwegische Minimaker Norsk Data erstmals rote Zahlen. Eine schlechte Konjunktur im Mutterland, zurückgehende Aufträge der öffentlichen Hand und das Versäumnis, sich nicht rechtzeitig an Industriestandards angepaßt zu haben, sind die Erklärungen der Konzernleitung für die Verluste im Geschäftsjahr 1988.

Das vorläufige Konzernergebnis der Norsk Data A.S. weist für 1988 mit einem Umsatz von 2,9 Milliarden Kronen (783 Millionen Mark) im Vergleich zum Vorjahr mit 2,8 Milliarden Kronen (760 Millionen Mark) sogar noch ein Plus aus. Nach Abschreibungen entstand jedoch ein Betriebsverlust von 295 Millionen Kronen. Nach einem finanziellen Nettogewinn von 243 Millionen Kronen 1987 beträgt das negative Ergebnis vor Steuern 271 Millionen Kronen (72 Millionen Mark). Dennoch bezeichnet die Konzernleitung das Unternehmen bei einer Eigenkapitalquote von 31 (51) Prozent und einer Liquiditätsreserve von 1,8 (2,1) Milliarden Kronen als gesund.

Mit Rückstellungen in Höhe von 600 Millionen Kronen (600

Millionen Mark) soll die Rentabilität wiederhergestellt werden. Künftig will Norsk Data mehr als bisher standardisierte Produkte anderer Hersteller einkaufen und in eigene Lösungen integrieren. Dabei hat das OSF-Mitglied nach Aussagen des Geschäftsführers der deutschen GmbH, Karlheinz Rathgeber, auch den Unix-Markt im Blick, der lange zugunsten eigener Betriebssysteme vernachlässigt worden sei.

Von einer Reduzierung der Mitarbeiterzahl verspricht sich der Konzern Einsparungen in Höhe von 400 Millionen Kronen (106 Millionen Mark)jährlich. Insgesamt soll die Belegschaft, die Ende des vergangenen Jahres noch rund 4100 Mitarbeiter betrug, bis Ende diesen Jahres auf 3300 abgebaut werden. Betroffen davon sind vor allem die Bereiche Fertigung und Entwicklung.

Mit der Dolphin Computers A.S. gründet Norsk Data in Oslo eine hundertprozentige Tochtergesellschaft, die nach etwa zweijähriger Entwicklungszeit RISC-Rechner mit 500 bis 1000 MIPS auf den Markt bringen soll. Geplant sind auch Geschäfte mit OEM-Partnern. Die neue Tochter wird nach Angaben der Konzernleitung etwa 120 Mitarbeiter aus dem Bereich Entwicklung übernehmen.

Im Gegensatz zur Muttergesellschaft kann die deutsche Tochter für das abgelaufene Geschäftsjahr Erfolge verbuchen. Der Umsatz wuchs um mehr als 30 Prozent auf 85,5 (65,4) Millionen Mark. Einschließlich des Konzernumsatzes erreichte die GmbH sogar rund 121 (94) Millionen Mark. Der Auftragseingang nahm um 21 Prozent auf 63 (52) Millionen Mark zu.

Die Weichen für diesen Erfolg wurden bereits vor einem Jahr gestellt, erläuterte Rathgeber. Damals begann die Konzentration auf fünf Zielmärkte, zu denen als wichtigster die Fertigungsindustrie mit rund 60 Prozent Umsatz gehört.