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18.05.2001 - 

Kaum Chancen gegen Alcatel und Co.

Nortel gibt seine DSL-Sparte auf

MÜNCHEN (IDG) - Nortel Networks macht seine DSL-Sparte dicht. Der Verkauf von Digital-Subscriber-Line-Produkten wird komplett eingestellt. Bestehende DSL-Kunden sollen jedoch weiter Unterstützung erhalten.

Seinen Rückzug aus dem Geschäft mit DSL-Equipment begründete Nortel damit, dass der DSL-Markt "undifferenziert ist und stagniert". In Zukunft will sich der kanadische Telekommunikationskonzern laut Firmensprecher Ben Roome stärker auf "Geschäftsfelder mit größeren Wachstumschancen" - etwa optische Netzwerke - konzentrieren.

Wie viele Arbeitsplätze von der Schließung betroffen sind, steht laut Firmenvertretern noch nicht fest. Sicher sei aber, dass die Entlassungen in den im April angekündigten Stellenstreichungen enthalten sein werden. Nach einer Gewinnwarnung im Februar hatte Nortel für das erste Quartal 2001 einen Verlust von 385 Millionen Dollar gemeldet und mitgeteilt, bis Mitte des Jahres 20000 Mitarbeiter - rund 21 Prozent der Belegschaft - zu entlassen.

Nortels Rückzug aus dem DSL-Geschäft überrascht Analysten kaum. Die Kanadier hatten den Geschäftsbereich erst im vergangenen Jahr mit der Übernahme des kalifornischen Startup-Unternehmens Promatory Communications gegründet - zu spät, um im hart umkämpften Markt richtig Fuß fassen zu können. Den Marktforschern von Dell''Oro Group zufolge betrug der Marktanteil bei Access-Multiplexern im vergangenen Jahr 6,3 Prozent. Damit lag das Unternehmen mit Sitz in Ontario, Kanada, an fünfter Stelle - hinter Alcatel, Lucent, Cisco und Nokia.

Noch schlechter erging es den Kanadiern im Marktsegment DSL CPE (Customer Premises Equipment), also dem Geschäft mit Carriern und Internet-Service-Providern (ISP), die DSL-Modems weiterverkaufen. Hier erreichte Nortel mit einem Marktanteil von 2,6 Prozent nur den achten Platz. Und mit 107 Millionen Dollar machte Nortels Umsatz aus DSL-Produkten nur 0,5 Prozent des gesamten Konzernumsatzes im Jahr 2000 aus.

President und Chief Executive Officer (CEO) John Roth wird Nortel im April kommenden Jahres verlassen. Bis ein Nachfolger gefunden ist, sollte Chief Operating Officer (COO) Clarence Chandran die Geschäfte des Unternehmens leiten. Doch dieser hat vergangene Woche sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt.

Die personellen Veränderungen treffen Nortel empfindlich - nicht so sehr wegen der finanziellen Krise, in der sich der Konzern wie viele andere IT-Unternehmen auch befindet, sondern vielmehr wegen mehrerer Klagen in Bezug auf Insider-Geschäfte, mit denen sich der Netzwerkriese konfrontiert sieht. So sollen die Manager William Connor und Chahram Bolouri am 31. Januar - kurz vor Veröffentlichung der Gewinnwarnung - Aktien im Wert von mehr als sieben Millionen Dollar verkauft haben.