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11.04.2006

Nortel krempelt Geschäfte um

Der angeschlagene TK-Ausrüster will sich mittelfristig aus weniger erfolgreichen Aktivitäten zurückziehen.

Nortel Networks beabsichtigt, sich von allen Produktbereichen zu trennen, in denen der Konzern weniger als 20 Prozent Marktanteil besitzt", erklärte Nortel-CEO Mike Zafirovski auf der Mobilfunkkonferenz CTIA Wireless in Las Vegas. Man denke intensiv darüber nach, wie bestimmte Produktbereiche ihre Marktdurchdringung verbessern könnten. Aus Segmenten oder auch geografischen Regionen, in denen das Erreichen der 20-Prozent-Marke unrealistisch erscheint, will sich das kanadische Unternehmen zurückziehen - entweder durch einen Verkauf oder das Einbringen in eine Partnerschaft oder ein Joint Venture.

Im Zuge dieser Fokussierung habe Nortel entschieden, die Investitionen in Service-Edge-Router zu kappen. Die im Februar vollzogene Ausgliederung des Bereichs Blade-Server-Switches in ein eigenständiges Unternehmen hängt laut Zafirovski ebenfalls mit der Strategieänderung zusammen. Daneben ständen noch drei bis vier weitere Produktgruppen auf dem Prüfstand. Das Unternehmen stehe möglicherweise vor dramatischen Veränderungen, da es aktuell noch 65 Prozent seiner Umsätze in diesen Bereichen verbuche, so der Topmanager weiter. Andererseits werde Nortel das eingesparte Geld nutzen, um seine Investitionen dort aufzustocken, wo langfristige Wettbewerbsfähigkeit gesichert sei. Bei IMS (Internet Protocol Multimedia Subsystems) und Wimax etwa wolle Nortel in drei bis fünf Jahren Marktführer sein.

Dass sich die Wettbewerbssituation durch den geplanten Zusammenschluss von Alcatel und Lucent ändern könnte, glaubt Zafirovski nicht. Insgesamt sei Cisco der größte Konkurrent, gefolgt von Ericsson im Mobilfunkbereich. Alcatel sei dagegen nur in wenigen Bereichen eine Bedrohung, primär beim IP-TV durch seine Partnerschaft mit Microsoft. Durch die Fusion mit Lucent werde Alcatels Position in diesen Segmenten nicht gestärkt, so der Nortel-Chef. (mb)