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28.05.1999 - 

Produktionsstätten sollen in fremde Hände übergehen

Nortel Networks legt Fokus auf Sprach-Daten-Konvergenz

MÜNCHEN (IDG) - Das kanadische Unternehmen Nortel Networks veräußert große Teile seiner Produktionsstätten, weil es sich auf den Markt für Sprach-Daten-Konvergenz konzentriert. 4000 Arbeitsplätze sind dadurch in Gefahr. Rund 1000 Jobs sollen ersatzlos wegfallen, die anderen 3000 Mitarbeiter können unter Umständen zu neuen Vertragspartnern wechseln.

Die Umstrukturierung, die bereits im Januar beschlossen wurde, soll Nortel zwischen 250 und 350 Millionen Dollar jährlich sparen. Innerhalb von drei Jahren fallen dem Plan voraussichtlich 8000 Jobs oder elf Prozent der gesamten Belegschaft zum Opfer. Im ersten Jahr müssen bereits 4000 Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze bangen. Davon werden etwa 1000 Mitarbeiter entlassen, die anderen sollen von den Käufern der Produktionsstätten übernommen werden.

Die Outsourcing-Pläne berühren die Herstellung elektromechanischer Subsysteme, die Reparatur und den Bau von Schaltkreisen. Sie wirken sich auf Fertigungsstätten in Kanada und den USA sowie die Standorte Chateudun in Frankreich und Monkstown in Nordirland aus. Deutschland ist von den Maßnahmen nicht betroffen, da das Joint-venture Nortel Dasa eine eigene Strategie verfolgt. Als einen der Gründe für den Sparkurs führt Nortel Networks die Konzentration auf den Markt für Sprach-Daten-Konvergenz an.

Die Zukunft der Konvergenz von Sprache und Daten ist allerdings noch umstritten. Es gibt Stimmen, die entsprechenden Produkten erst in frühestens fünf Jahren den Einzug in die Unternehmen prognostizieren. Dazu gehört beispielsweise Jeanette Symons, Chief Technology Officer (CTO) bei Ascend Communications. Sie vertritt die Ansicht, daß einheitliche Sprach-Daten-Netze erst dann den Siegeszug antreten werden, wenn sie denselben Service bieten wie gewöhnliche Sprachnetze, also 100prozentige Verfügbarkeit, keine Verzögerung, einfachen Gebrauch und ebenso hohe Sicherheit.

Auch mit einem Dogma der Sprach-Daten-Konvergenz bricht Symons: Bisher galt es als ausgemacht, daß das Internet Protocol (IP) die Basis für solche Netze bildet. "Doch es wird nicht das heutige IP sein", setzt die Ascend-Mitarbeiterin dagegen. Vielmehr müsse das neue IP Merkmale von ATM und IP vereinen. Die existierenden Voice-over-IP-Lösungen bieten ihrer Meinung nach keine Basis für eine Weiterentwicklung, da sie zuviel Bandbreite schlucken und auf Ebene 2 arbeiten.