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22.10.1999 - 

Kanadier zahlen 2,1 Milliarden Dollar für CRM-Anbieter

Nortels Clarify-Coup überrascht TK-Branche

MÜNCHEN (CW) - Für rund 2,1 Milliarden Dollar kauft der kanadische Netzwerkausrüster Nortel Networks die Softwareschmiede Clarify, einen Anbieter von Customer-Relationship-Management-(CRM-)Lösungen.

Die Konsolidierung im CRM-Markt ist im vollen Gange: Erst vor wenigen Tagen wurde der Vertriebs-, Marketing- und Service-Softwarespezialist Vantive, die Nummer drei im CRM-Markt, von Peoplesoft gekauft. Nun findet die Nummer zwei dieses Segments, Clarify, bei Nortel einen neuen Hafen.

Für Fachkreise kam die Nachricht völlig überraschend. Zum einen scheint nicht klar zu sein, welche Strategie Nortel mit der Übernahme des CRM-Anbieters verfolgt, zumal die Company über eine eigene Call-Center-Lösung verfügt. Zum anderen überrascht der vergleichsweise hohe Kaufpreis: Gingen für Vantive 433 Millionen Dollar über die Ladentheke, blättert Nortel für Clarify mehr als das Vierfache hin. Laut Jeff Snyder, Analyst von Dataquest, ist der Preis zwar hoch, geht aber angesichts der gesunden finanziellen Basis und des Wachstumspotentials von Clarify wohl in Ordnung. Bill Conner, President der Enterprise Solutions Division von Nortel, rechnet denn auch damit, daß der CRM-Anbieter um 80 Prozent jährlich zulegen wird.

Die Übernahme, die Marktbeobachter eher von einem ERP-Anbieter erwartet hätten, scheint bei genauerer Betrachtung nicht ganz abwegig: Nortel Networks ist Lieferant von Netzequipment für Telekommunikationsanbieter, Clarify zählt viele der großen TK-Unternehmen wie die Deutsche Telekom und British Telecom zu seinen Kunden. So öffnet der Merger für beide die Tür zu neuen Klienten.

Clarifys Chief Executive Officer Tony Zingale bewertet gerade dies sehr positiv: "Wir heben uns damit von unseren ärgsten Konkurrenten Siebel und Oracle ab und können den Markt anders angehen."

Nortel plant überdies, stärker ins Applikationsgeschäft für E-Commerce einzusteigen, und hatte bereits im August Periphonics, einen Anbieter von Self-Service-Software übernommen. Zudem arbeitet der Netzwerkausrüster an Produkten, die die Übertragung von Daten und Sprache in Netzen deutlich beschleunigen sollen. Das Zusammenwachsen von Sprache und Daten (Konvergenz) gilt in Fachkreisen als kritisches Element beim Aufbau von CRM in Unternehmen. Ziel dabei ist es nämlich, Kundeninformationen den Mitarbeitern auf mobilen kleinen Endgeräten, ob Palmtops oder Handies, zur Verfügung zu stellen. Hier kann Clarify seine Stärken ausspielen und mit der Lösung "E-Front-Office" das nötige Applikations-Know-how einbringen, während Nortel die technische Basis liefert.

Nach Beendigung der Übernahme wird Clarify mit Hauptsitz in San Jose, Kalifornien, als eigenständiges Tochterunternehmen von Nortel operieren. Zingale bleibt Chef des Unternehmens.