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21.06.2006

Notebooks im Eigenbau

Nur wenige Assemblierer nutzen die Chance, vom wachsenden Mobilmarkt zu profitieren. Mit einem neuen Channel-Programm will Intel allen die Möglichkeit geben, Notebooks in Eigenregie zu fertigen.

Von Hans-Jürgen Humbert

Warum sind Notebooks im Vergleich zu Desktop-Rechnern so teuer, und warum haben eigentlich nur große Unternehmen eine echte Chance in diesem lukrativen Markt? Diese Fragen lassen sich ganz einfach beantworten: Erstens werden im Gegensatz zu Desktop-Maschinen in Notebooks hauptsächlich Spezialteile eingesetzt. Diese erreichen nur geringe Stückzahlen und sind dann dementsprechend teuer. Zweitens: Nur große Hersteller haben das Geld, eigenständige Notebooks zu entwickeln und auch die notwenigen Spezialteile über einen langen Zeitraum weiter liefern zu können.

Kunden entscheiden sich deshalb beim Kauf eines Notebooks für einen A-Brand. Nur dann können sie sicher sein, auch in zwei oder drei Jahren noch ein Ersatzteil für ihr Gerät bekommen zu können. B- oder C-Brands haben es deutlich schwerer. Wer als Systemhaus selber Notebooks zusammenbauen möchte, muss schon tief in die Tasche greifen, da die Komponenten für Notebooks nicht standardisiert sind. Zudem ist die Bevorratung schwierig und verursacht höhere Lagerkosten. Aus all diesen Faktoren resultieren ein recht hoher Preis für das jeweilige Eigenbrand-Notebook und ein schwächeres Qualitätsimage. Intel will das nun ändern.

Intels Interchangeability- Initiative

Hinter dem zungenbrecherischen Namen "Intel-Interchangebility-Initiative" - oder kurz: "Triple I" - verbirgt sich eine neue Plattform für den Channel. Mit dieser Initiative will Intel kleineren Händlern und Systemhäusern die Möglichkeit bieten, selbst in den lukrativen Notebook-Markt einzusteigen. Mit nur sieben standardisierten Komponenten lassen sich damit elf unterschiedliche mobile Computer zusammenbauen. Das Ganze funktioniert ähnlich wie bei Desktop-Rechnern. Auch hier sind alle Komponenten standardisiert, sodass, völlig egal von welchem Hersteller, alle Komponenten miteinander arbeiten können.

Und das will Intel nun auf Notebooks übertragen. Standardisiert wurden Barebones (Gehäuse mit Motherboard), Laufwerke, Tastaturen, Panels, Akku-Packs, Netzteile und Festplatten. Aus diesen Einzelteilen lassen sich dann, je nach Kundenwunsch, unterschiedliche Modelle zusammensetzen. Wünscht ein Kunde beispielsweise ein Notebook mit spanischer Tastatur - kein Problem, ein schneller Tausch des Keyboards genügt, und ohne Aufpreis kann das Notebook ausgeliefert werden.

Durch die Standardisierung der einzelnen Bauteile werden sie billiger. Damit sind dann auch kleinere Unternehmen in der Lage, Notebooks zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten. Außerdem werden die Preise für Ersatzteile fallen. Ein Austausch-Akku wird dann nicht mehr weit über 100 Euro, sondern nur noch rund 50 Euro kosten, behauptet jedenfalls Intel.

Wer nun glaubt, in Eigenregie gefertigte Notebooks sehen alle gleich aus, der irrt. Am äußeren Erscheinungsbild lässt sich noch viel ändern. Obwohl aus Standardkomponenten zusammengesetzt, sind bei der Gestaltung des Gehäuses noch viele Möglichkeiten offen. Zum Beispiel kann der komplette Deckel des Notebooks mit einem Aufkleber aus Plastik oder Metall mit eigenem Firmennamen oder Logo dem jeweiligen Gerät ein individuelles Aussehen verleihen.

Logistische Herausforderung

Bei der Umsetzung dieser Initiative arbeitet Intel weltweit mit mehreren großen Herstellern, wie beispielsweise Asus und Quanta Computer, zusammen. Ein ganzes Heer von Technikern testet bei Intel die einzelnen Bauteile und verleiht ihnen nach bestandener Prüfung das Siegel "Verified by Intel". Damit will das Unternehmen gewährleisten, dass auch alle Komponenten sicher zusammenarbeiten. Weiterhin gibt Intel eine Garantie auf die zusammengebauten Notebooks und unterstützt die Assemblierer durch eine eigene Support-Abteilung. Kunden, die ein Notebook aus diesem Programm kaufen, besitzen jetzt eine ähnliche Zukunftsgarantie, als wenn sie das Gerät bei einem A-Brand-Hersteller gekauft hätten. Selbst wenn es den Assemblierer, der das Notebook zusammengebaut hat, nicht mehr gibt, kann der Kunde zum nächsten gehen und bekommt dort auch in einigen Jahren immer die notwendigen Ersatzteile.