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17.11.1995

Notes/Alternative Inszenierung off Broadway

Die Revolution hat noch nicht stattgefunden. Bei 60 Prozent aller "Notes"-Anwendungen, so raeumt das deutsche Lotus-Marketing ein, handelt es sich noch um reine E-Mail-Applikationen, die auch mit weniger aufwendigen Werkzeugen haetten realisiert werden koennen.

Auf der anderen Seite gibt es durchaus schon Anwenderunternehmen, die das Groupware-Produkt als Infrastruktur fuer ihre gesamte Unternehmenskommunikation nutzen wollen - darunter erste Adressen der deutschen Wirtschaft wie die Deutsche Bank oder die Babcock- Gruppe. Die Opinion-Leaders der Branche sprechen von Notes mittlerweile als von einem Instrument fuer das Geschaeftsprozess-(Re- )Engineering.

Ein Softwareprodukt als Wunderwaffe im Kampf um das effizientere Unternehmen? "Auch Lotus Notes hebt die Schwerkraft nicht auf", konstatierte ein Teilnehmer auf der gerade zu Ende gegangenen Konferenz der Deutschen Notes User Group (DNUG). Am Anfang stehe nun einmal die organisatorische Grundsatzentscheidung. Und die muesse jedes Unternehmen selbst treffen.

Notes kann also allenfalls das Mittel sein, um das Business Process Re-Engineering (BPR) informationstechnisch umzusetzen. Aber auch als solches hat es derzeit kaum Mitbewerb zu fuerchten. Die angekuendigten Produkte von Microsoft, Novell und Oracle sind erst Papiertiger und muessen sich, wenn sie auf den Markt kommen, gegen einen De-facto-Standard durchsetzen.

Konkurrenz erwaechst dem erst im Entstehen begriffenen Groupware- Markt jedoch von ganz anderer Seite: Wie das Wirtschaftsblatt "Wall Street Journal" in seiner Ausgabe vom 7. November beschreibt, haben sich beispielsweise der Jeans-Hersteller Levi Strauss & Co. das Ruestungsunternehmen Lockheed Martin Corp. entschieden, als unternehmensweites Diskussionsforum statt der teuren Lotus-Software ein privates Netz innerhalb des World Wide Web zu installieren.

Noch koennen diese "Intranets" der Mutter aller Groupware-Produkte weder funktional noch sicherheitstechnisch das Wasser reichen. Aber das, was Notes den Ruf eines Quasi-BPR-Tools eingebracht hat, verkoerpern sie in Reinkultur: die Idee der Demokratisierung von Informationen, sprich: der zweigleisigen Unternehmenskommunikation und der Wandlung vom "Push"- zum "Pull"-Modell der Wissensverbreitung. Zudem kann man ihnen nicht vorwerfen, was Notes oft angekreidet wird: den proprietaeren Ansatz.