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08.05.1998 - 

Version 2.5 mit Echtzeit-Option

Notes Pump bindet relationale Systeme zentral über Domino an

08.05.1998

Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, aus Notes heraus auf andere Datenquellen zuzugreifen. "LN:DO" etwa bindet externe Datenbanken über Open Database Connectivity (ODBC) ein, während sich über sogenannte Lotus Script Extensions (LSX) auch ganz dediziert bestimmte Systeme, beispielsweise IBMs "DB2" oder Oracle-Datenbanken, ansprechen lassen. Diese Lösungen sind jedoch recht aufwendig zu handhaben, da sie neben den Client-Enablern der Datenbanksysteme auch die Installation der passenden LSX auf allen Arbeitsplätzen erfordern.

Mit Notes Pump 2.5 bietet Lotus nun eine Möglichkeit an, die verschiedenen Datenbanken zentral über den Domino-Server einzubinden. Dieses Verfahren eröffnet zugleich allen Notes-Anwendern oder Web-Clients den transparenten Zugriff auf externe Datenbestände. Möglich macht dies eine wesentliche Erweiterung der Version 2.5, die "Notes Pump Realtime" genannt wird.

Im klassischen Einsatz tauscht Notes Pump Daten zwischen verschiedensten Datenquellen ereignis- oder zeitgesteuert aus. Dabei regeln zwei verschiedene Einträge in einer Notes-Datenbank den Notes-Pump-Server. Mit sogenannten Links verbindet der Administrator Datenquellen, während Activities festlegen, unter welchen Bedingungen die Daten ausgetauscht werden.

Auf einen Link zwischen zwei Datenquellen kann der Administrator dann eine Aktivität aufsetzen. Um etwa eine Notes-Datenbank mit Werten aus einer relationalen Datenbank zu füllen, nutzt man eine Direct Transfer Activity, für einen gegenseitigen Austausch eine Replication Activity. Diese Aktivitäten lassen sich ohne jede Programmierung über ein einfaches Notes-Formular steuern. Notes Pump 2.5 führt darüber hinaus sogenannte Metalinks ein, die Aktivitäten auf Links kapseln. So gibt es eine Expand-Collapse-Activity, mit der sich mehrere Daten aus einem relationalen System in ein Notes-Dokument verdichten, oder umgekehrt aus einem Dokument wieder viele Datensätze erzeugen lassen. Ein Metalink dieser Art eignet sich besonders für eine Realtime Activity. Sie ist in unterschiedliche Ereignisse eines Notes-Formulars einklinkbar. Dazu ein Beispiel:

Eine Notes-Datenbank enthält einen Artikelstamm, der über eine Replication Activity aus einer relationalen Tabelle immer dann aktualisiert wird, wenn sich auf einer Seite ein Datensatz ändert. Ein Sachbearbeiter möchte nun den aktuellen Lagerbestand sowie alle Vorbestellungen eines Artikels abfragen. Dazu wählt er beispielsweise über eine Schaltfläche eine Aktion aus, die ein neues Notes-Formular öffnet.

Scripts nur für komplexe Aktivitäten nötig

Die Nummer des aktuellen Artikels wird in ein Feld dieser Maske vererbt. In das Open-Ereignis des Formulars ist eine Notes-Pump-Aktivität eingeklinkt, die nun vom Server über Notes Pump auf das relationale System zugreift und die gewünschten Daten zurückliefert. Diese Informationen sind nicht in Notes gespeichert, sondern werden nur bei Bedarf angefragt.

Die Entwicklung einer solchen Anwendung erfordert keinerlei Programmierung. Domino-seitig ist nur ein Formular mit zwei Feldern zu erstellen. In der Notes-Pump-Administration wird es dann mit der relationalen Datenquelle über einen Link verknüpft. Eine Echtzeit-Aktivität hängt sich in den Open-Event des Formulars ein und nutzt eine Expand-Collapse-Aktivität, um alle gewünschten Daten zu liefern.

Komplexere Aktivitäten lassen sich über Scripts und Java Activities einbetten. Sogenannte Polling Activities überwachen Bedingungen und initiieren andere Activities. Command Activities lösen Stored Procedures (bei Notes sind das Agenten) aus. Mit Hilfe der Notes-Pump-APIs wurde außerdem eine D-Pro-PR-Activity entwickelt, die mit dem "IBM Data Propagator" zusammenarbeitet.

Aktuell läuft Notes Pump unter Windows NT, OS/2, AIX, HP-UX, Sun Solaris auf Sparc und Intel. Versionen für die AS/400 und später OS/390 sind in Aussicht gestellt.

In der Version 2.5a kann der Server auf IBM DB2, "Oracle 7", "Sybase 10" sowie 11 und auf Lotus Notes zugreifen. Darüber hinaus kann es den "EDA/SQL-Server" von Information Builders und damit weitere 70 Datenquellen auf 30 Plattformen nutzen, darunter VSAM, Teradata, IMS und CICS. Über ODBC oder andere, direkt auf dem Notes-Pump-API aufsetzende Treiber lassen sich praktisch alle weiteren Datenquellen ansprechen. Interessant in diesem Zusammenhang ist wohl die SAP-R/3-Verbindung, mit der Notes Pump per BAPI direkt auf SAP-Transaktionen aufsetzt. Der "Zmerge Textfile Driver" von Granite rundet das Angebot nach unten ab. Mit dem Filesystem-Treiber kann Notes Pump sogar direkt auf das Dateisystem des Servers zugreifen.

Auch wenn man für die Administration der Notes Pump wenigstens einen Notes-Client oder Domino-Server benötigt, ist der Einsatz dabei keineswegs auf den Austausch zwischen Notes und relationalen Systemen beschränkt. Für den Datenaustausch zwischen den anderen Datenquellen ganz ohne Notes hat sich Notes Pump zudem als Geheimtip entwickelt. Richard Bauer von ABB Informatik gibt folgenden Tip: Notes Pump eignet sich ganz wunderbar zur Replikation zwischen Notes-Datenbanken mit unterschiedlicher Replik-ID. Bauer weißt auch auf die hohe Performance der Notes Pump hin. Anders als LSX, die bei jedem Zugriff auf eine Datenquelle eine neue Verbindung aufbauen müssen, kann Notes Pump Realtime persistente Verbindungen nutzen. Der Preis für die NT-Version von Notes Pump liegt bei rund 19000 Mark.

Volker Weber ist freier Journalist in Darmstadt.