Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.


28.07.1995

Notes steht als Front-end im Mittelpunkt IBM und Lotus legen Strategie fuer ihre Workgroup-Produkte vor

CAMBRIDGE (IDG/CW) - IBM plant offenbar, "Lotus Notes" und nicht mehr das Betriebssystem als Integrationsplattform fuer Applikationen zu positionieren. Die Groupware soll Mittelpunkt der Client-Server-Strategie der IBM werden und Zugang zu einer ganzen Reihe von Desktop-Anwendungen und Back-end-Servern bieten. Dabei duerften die Lotus-Produkte "Smartsuite", "cc:Mail", "Approach" und "Organizer" komplementaere IBM-Angebote ersetzen.

"Entwickler schreiben heute zumeist gegen File-Formate und Datenbanken", erklaert Steve Mills, General Manager von IBMs Software Solutions Division. Das Betriebssystem spiele eine weniger bedeutende Rolle. Damit bestaetigte Mill indirekt IBMs Vorhaben, Microsoft nicht auf der Betriebssystem-Ebene Paroli zu bieten, sondern den Applikationsmarkt via Notes zu erobern.

Die Schluesselelemente in der Client-Server-Strategie der IBM werden neben Notes cc:Mail und Smartsuite sein. Sie sollen um Technologien aus IBMs Workgroup-Angebot ergaenzt werden. "IBM Workgroup" wird eingestellt, "Flowmark" mit Notes integriert und unter anderem Namen vermarktet. Die Unternehmensstrategen spekulieren darauf, dass ihre gemeinsamen Anstrengungen Notes - bisher 1,9 Millionen Mal verkauft - bis 1997 eine installierte Basis von 20 Millionen Anwendern bescheren werden.

Im einzelnen enthaelt der vorgestellte Integrationsplan folgende Punkte:

- Notes wird Workgroup-Client und -Server fuer Mail, Messaging und Groupware.

- IBM wird Lotus als Markennamen fuer PC-Applikationen und Groupware-Software benutzen.

- Lotus Smartsuite ist zum strategischen Desktop-Suite-Angebot der Armonker erhoben worden.

- Approach soll die Datenbank fuer den Client-Sektor werden. Verbindungen zu DB2 sind geplant. Der fuer Herbst anvisierten naechsten Version will man den Namen "Approach 96" geben. Eine OS/2-Variante duerfte in den naechsten zwoelf bis 18 Monaten erscheinen. Allerdings wird es keine Ultralight-Ausfuehrung von DB/2 fuer PCs geben.

- Organizer, der Terminplaner von Lotus, mutiert zum IBM Personal Information Manager, wobei Komponenten aus IBMs Workgroup-Programm als Back-end-Funktionalitaet in Notes integriert werden. "Time and Place" wird eingestellt. Organizer fungiert dann auch als wichtigste Schnittstelle zu den Kalenderfunktionen von IBMs "Profs" und "Officevision".

- "Lotus Notes:Document Imaging" wird das Desktop-Imaging-Produkt, Flowmark und "Visual Info" werden als Komponenten integriert.

Wie bereits berichtet, wird die Desktop-Suite "Star Office" von der Hamburger Star Division GmbH weltweit fuer IBM keine strategische Rolle spielen. "IBM hat eine Lieferantenbeziehung mit Star Division. Die Produkte dieses Unternehmens werden in deutschsprachigen Laendern ausgeliefert. Wir werden das mit Star getroffene Abkommen einhalten", erklaerte Big-Blue-Manager Mills. Von der noch im Maerz dieses Jahres ventilierten Moeglichkeit, das Paket als "IBM Star Office" auch in Amerika zu vertreiben, distanzierte sich Mills: "Wir haben nie ein IBM Star Office angekuendigt."

Die deutsche IBM bestaetigte, dass die Star-Suite zumindest von der hiesigen blauen Niederlassung als IBM-Logo-Produkt vertrieben werde. Das Produkt zielt auf den Consumer-Markt, der professionelle Bereich bleibt Smartsuite vorbehalten.