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15.12.2000 - 

Keine konkreten Zahlen für LSA

Notes-User-Konferenz: Lotus bleibt einige Antworten schuldig

MANNHEIM - Gespannte Ruhe prägte die Stimmung auf der 13. Konferenz der Deutschen Notes User Group (DNUG) in Mannheim. Den drei bekanntesten Lotus-Business-Partnern Gedys, Intraware und Teamwork geht es schlecht - umso größer waren die Erwartungen an klare Strategieaussagen des Herstellers, wie Volker Weber* berichtet.

Gedys verlegte die Mitteilung, dass man sich von zwei Geschäftsstellen und rund 70 Mitarbeitern trennen werde, zur Sicherheit auf den Tag nach der Konferenz. Bei Teamwork haben viele Mitarbeiter gar nicht erst auf eine Kündigung gewartet und sich nach der Bekanntgabe der Zahlungsunfähigkeit Anfang November zu anderen Unternehmen abgesetzt.

Wo der Schuh bei Kunden und Partnern drückt, wurde in Mannheim auf einer Session deutlich, in der sich Lotus den vor der Konferenz über die Web-Seite der DNUG (www.dnug.de) anonym gestellten Fragen der Mitglieder stellte. Antworten wurden demnach insbesondere zur künftigen Client-Strategie (Notes versus Browser), zu den Betriebssystemen (Linux und anderen Unix-Derivaten) sowie zu verschiedenen Lotus-Technologien ("Domino Workflow" und "Learning Space") erwartet.

Zu einigen Bereichen äußerte sich Lotus konkret. Demnach soll Notes auch über R5 hinaus Bestand haben, wobei die nächste Version weniger durch neue Funktionen als mit internen Verbesserungen glänzen wird. So soll eine Multithreading-fähige Variante die derzeit noch häufig zu sehende Sanduhr vertreiben. Auch bei den Kalenderfunktionen verspricht Lotus Verbesserungen. Die Benutzer-Schnittstelle wird gegenüber der aktuellen Version jedoch weitgehend unverändert bleiben, um Schulungsaufwände zu vermeiden. Ein Linux-Client für Notes ist weiterhin nicht geplant. Auf wiederholte Nachfragen bestätigte Lotus auch, dass man das Betriebssystem HP-UX nicht weiter als Server-Plattform verfolgen werde.

Über ein anderes zentrales Thema konnte Lotus seine Partner und Anwender nach wie vor nicht vollständig aufklären: die umstrittene Lotus Solution Architecture (LSA), respektive deren Nachfolgerin Lisa, bei der das "i" für Internet steht. Der Hersteller wiederholte zwar sein bereits auf der Lotusphere bekundetes Bekenntnis zu dieser Entwicklungsplattform, Fragen nach dem Erfolg der Architektur wich Lotus jedoch aus. Der typische Einwand, man könne ad hoc keine genauen Zahlen nennen, wirkte wenig überzeugend, war diese Frage dem Hersteller doch schon vor der Konferenz bekannt.

Über ihre Erfahrungen mit Domino Workflow auf Basis der LSA berichteten in Mannheim Vertreter der GRZ Norddeutschland, der Hamburgischen Landesbank und der Landesbank Schleswig-Holstein. Letztere hat Domino Workflow als strategische Entscheidung akzeptiert, klagte jedoch über zahlreiche Schwierigkeiten und Versionsinkompatibilitäten mit der LSA. Unmissverständlich stellte der Anwender fest, dass diese Probleme die versprochenen Vorteile komplett aufgezehrt hätten. Bei der Folgeversion Lisa werde man deshalb noch einmal genau prüfen, ob man den eingeschlagenen Weg weiterverfolge. Sollten sich wieder Inkompatibilitäten zu Domino Workflow zeigen, dann habe die Workflow-Technologie den Vorrang. Praktische Erfahrungen mit Lisa existieren noch nicht, da die Anwender noch auf die Auslieferung warten.

*Volker Weber (vowe@vowe.de) ist freier Journalist in Darmstadt.