Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

14.04.1989

Notlandung

Der amerikanische Rüstungsriese Lockheed ist wieder einmal in der Defensive. Wir erinnern uns: Einst waren es Ungeschicklichkeiten der Verkaufsförderungsmannschaft, Abt. Starfighter, die für peinliche Schlagzeilen sorgten. Dann ließ sich der Konzern aus Calabasas von Boeing und McDonnell-Douglas im Ziviljet-Markt den Schneid abkaufen, gab die Produktion des "TriStar L-1011" auf und verpaßte sogar die Gelegenheit, Kopilot beim europäischen Airbus-Projekt zu werden. Und jetzt, da eine "feindselige Übernahme" des Konzerns droht, hißt Lockheeds Geschäftsbereich "Information Systems" - sprich: Calcomp und Metier - die weiße Flagge.

Anfang der Achtziger Jahre hatte der Luft- und Raumfahrtkonzern noch hochfliegende Pläne. DV-Produkte sollten die Lücke schließen, die die zivilen Düsenvögel hinterlassen hatten. Inzwischen ist Lockheed wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Das Management, allein darauf gedrillt, voluminöse Langzeit-Kontrakte mit dem Pentagon zu schließen, mußte lernen, daß man ein neues Standbein nicht eben mal mit links aufbauen kann.

Für die Töchter ist die Nachricht kein Grund zur Trauer. Die Generäle der größten Brigade innerhalb der DV-Division, Calcomp, sind ohnehin in Putschstimmung: Sie liebäugeln seit einiger Zeit mit einem Management-Buyout. Aber nur unverbesserliche Optimisten können glauben, daß Lockheeds Notlandung eine abschreckende Wirkung auf andere Konzerne hätte, die von der Fusionitis infiziert sind.