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16.12.1988

Notopfer Rolm

Die IBM bekommt bei der weltweiten Telekommunikation keine Antenne aufs Dach - und kein Kabel in den Erdboden. Ihre hochfliegenden Satelliten- und Value-Added-Services-Pläne wird sie wohl vorerst begraben müssen. In Europa sucht der Mainframe-Monopolist Telecom-Anschluß - und von einer bundesdeutschen Amtsbaufirma wünscht er jetzt Nachhilfe im sensiblen Nebenstellengeschäft: Die anämische IBM-Tochter Rolm soll von dem Münchner Kabelkönig Siemens adoptiert werden (Seite 1).

Von Gesichtsverlust und Image-Einbuße zu reden, wen juckte das nicht? Doch man sollte die Bedeutung dieses Deals nicht überbewerten. Gewiß: Die IBM kann es sich abschminken, bis Anfang der 90er Jahre auf die stolze Größe von 100 Milliarden Dollar Umsatz zu wachsen - was als Ziel ja noch von Akers' Vorgänger John Opel vollmundig verkündet worden war.

Dem Wachstum des Mainframe-Monopolisten sind offensichtlich Grenzen gesetzt. Falsch wäre es, daraus auf eine hausgemachte Schwäche der IBM zu schließen. Der Telekommunikationsmarkt insgesamt stagniert. Anders als im engeren DV-Bereich, wo schwere Hypotheken abzutragen sind (inkompatible Rechnerwelten), halten sich die Anwender - in konservativer Einschätzung der Lage (1992!) - bei Investitionen in Telecom-Equipment bewußt zurück. Doch das Marktverhalten der Anbieter wird vielfach noch von schierem Wunschdenken geprägt. So stimmt, um nur einen Punkt zu nennen, das ISDN-Timing nicht. Die Folge ist, daß viele Endgeräte-Hersteller am Bedarf vorbeiproduzieren. Das Big-Blue-Management will mit dem Siemens-Abkommen Konsequenzen ziehen. Verlustgeschäfte - und die gab es bei Rolm - sind IBMs Sache nicht. Daß Datenverarbeitung und Nachrichtentechnik in Null Komma nichts zusammenwachsen werden, darauf will man in Armonk keine Wetten mehr eingehen.