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17.03.1989 - 

DFG kämpft mit finanziellen Schwierigkeiten:

Notstand bei der Forschungsförderung

BONN (CW) - Bleibender Schaden droht für die Hochschulforschung und den wissenschaftlichen Nachwuchs. Dies befürchtet der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) angesichts der angespannten finanziellen Situation bei der Forschungsförderung.

Eine dramatische Verschlechterung der Forschungsförderung in der Bundesrepublik Deutschland liest DFG-Präsident Hubert Markl aus den jetzt vorliegenden Zahlen des Jahresabschlusses 1988 heraus. So habe im vergangenen Jahr im Normalverfahren das Antragsvolumen für Schwerpunktprogramme und Forschungsgruppen um 13,7 Prozent zugenommen. Im Rahmen dieses Verfahrens, das jedem Antragsteller offensteht, konnten jedoch nur noch 48,4 Prozent der beantragten Summen bewilligt werden - die niedrigste Bewilligungsquote seit Gründung der DFG.

Für das Jahr 1989 fördert der DFG wegen begrenzter Mittel nur 14 von 30 Neuanträgen auf koordinierte Schwerpunktprogramme. Aus demselben Grund wurden weitere neun Programme, die nach Einschätzung der DFG im Blick auf ihre Qualität unumstritten waren, nicht in die Förderung aufgenommen. Mindestens 250 Arbeitsplätze für Wissenschaftler entfielen hierdurch.

Von derzeit rund 40 Initiativen zur Gründung neuer Forschungsbereiche streben etwa die Hälfte den Beginn bis 1990 an, so der DFG-Präsident. Ihnen gegenüber stehen jedoch nur acht Sonderforschungsbereiche. Die finanzielle Steigerungsrate von 3,3 Prozent für 1989 sei unzureichend, erforderlich sind vielmehr jeweils 5,5 Prozent für die Jahre 1989 und 1990.

Mehr junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als je zuvor wollen sich nach dem Studium weiterqualifizieren. Professor Markl: "Sie können auf einem Leistungsstand der Forschung aufbauen, der auf vielen Gebieten wieder Spitzenstellungen erreicht hat." Auch die Bereitschaft von Hochschullehrern, sich für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Forschungsprogrammen zu engagieren, sei trotz starker Lehrbelastung höher denn je.

In einem Schreiben an Bundeskanzler Helmut Kohl und die Ministerpräsidenten aller Länder forderte Markl daher eine höhere Zuwachsrate für den DFG-Haushalt. In seinem Brief verweist er auch auf die ungleich höheren Anstrengungen des Auslands in der Grundlagenforschung. So werde 1989 der Haushalt der National Science Foundation in den USA um zehn Prozent steigen, ebenso wie die japanische Forschungsförderung. Die britischen Research Councils haben 16 Prozent mehr Mittel zur Verfügung, in Frankreich steigt die Förderungsrate um 7,5 Prozent.