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05.11.1976 - 

Stoffmuster-Entwürfe per Minicomputer:

Nova steuert Strickmaschine

ESCHBORN - Was bisher nur Wunschtraum der Textilfabrikanten war, wurde durch die neue computergesteuerte Rundstrickmaschine Ultranit 12 der englischen Firma Remek Fluidics Ltd. Realität. Mit ihr können neue Stoffdesigns in einem Bruchteil der bei herkömmlichen Maschinen erforderlichen Zeit hergestellt werden.

Ultranit 12 wurde im Auftrag des englischen Strickmaschinenherstellers Camber International Ltd. entwickelt. Das Cranfield Computing Centre traf die Computerauswahl (Nova 2 von Data General mit 16-K-Hauptspeicher) und erstellte die Schnittstellen und die Software.

2592 Stricknadeln

Mit dem DG-Rechner wird das Muster des Designers in einen Code für die Strickmaschine übersetzt und die Maschine nach folgendem Schema gesteuert: Der Stoff wird von 2592 Nadeln auf einem Zylinder, der sich mit 20 UpM dreht, in Form eines Schlauches gestrickt. Dieser Schlauch wird später aufgeschnitten. Er ergibt dann eine 80 Zoll breite Stoffbahn. Der Faden wird dem Zylinder von 12 Fadenführern, die um ihn herum angeordnet sind, zugeführt. An diesen Stellen werden die Strickbewegungen der Nadeln von elektromagnetischen Schiebeschloßteilen gesteuert. Jedesmal, wenn eine Nadel an einem Fadenführer vorbeiläuft, erhält dieser vom Computer den Befehl eine der drei möglichen Bewegungen "Faden stricken", "Faden fangen" oder "nicht stricken" auszuführen.

Die zeitliche Synchronisation dieser Signale sowie die genaue Abschlagstellung der Nadeln ist von größter Bedeutung. Um hierbei äußerste Genauigkeit zu gewährleisten, wird eine "optische Nadelschaft-Codierung" eingesetzt. Mit ihrer Unterstützung kann der Nova-2-Minicomputer die genaue Stellung des Zylinders bestimmen, auch wenn die Maschine abgeschaltet und der Zylinder von Hand gedreht wurde.

Darüber hinaus übernimmt die Nova Analysen und Codierungen von Mustern, die bis zu vier Farben enthalten können. Um ein Muster zu codieren, legt es der Maschinenbediener auf eine kleine Platte wird darauf durch einen vom DG-Rechner gesteuerten Schrittmotor unter dem Mikroskop hindurchbewegt. Der Bediener definiert nur die Musterbreite und -höhe und gibt dann bei jedem Schritt an, welche Farbe abgetastet werden soll.

Nach dem Abtasten des Musters wird der Computer angewiesen, das Steuerprogramm für die Rundstrickmaschine zu erstellen. Der Bediener kann dann das Muster ausdrucken lassen und - falls erforderlich - Reihe für Reihe prüfen. Das geprüfte Muster wird dann auf Magnetbandkassette übertragen.

Wesentlicher Vorteil der rechnerunterstützen Musteranalyse und Maschinensteuerung ist die große Zeitersparnis beim Kreiren neuer Muster. Auf einer herkömmlichen Maschine würde dieser Vorgang ungefähr 1,5 Tage dauern. Auf der Ultranit 12 dagegen kann ein komplettes neues Design in rund einer Stunde produziert werden.

Zusätzlich können über die Nova 2 im Online-Verfahren beliebige Muster- und Farbänderungen vorgenommen werden. Das Muster kann zum Beispiel spiegelbildlich produziert oder um seine eigene Achse gedreht werden. Diese komplizierten Vorgänge würden - manell ausgeführt - stundenlanges Nacharbeiten erfordern. (pi)