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27.09.2005

Novell beugt sich dem Druck

Das Unternehmen betreibt nun doch Kurspflege.

Mit der Ankündigung, eigene Aktien zurückzukaufen, hat Novell den Forderungen einiger Investoren zumindest teilweise nachgegeben. Speziell die Investmentgesellschaft Blum Capital Partners, die fünf Prozent der Novell-Aktien kontrolliert, sowie die Investmentbank Credit Suisse First Boston (CSFB) hatten in den vergangenen Wochen öffentlich gefordert, den Wert des Softwareunternehmens zu steigern. Nun kündigte Novell-Chef Jack Messman an, innerhalb der kommenden zwölf Monate für rund 200 Millionen Dollar eigene Aktien zu kaufen und dadurch den Kurs zu stärken. An der Börse wurde die Nachricht jedoch nur am Rande zur Kenntnis genommen, ein kleiner Kursgewinn schmolz rasch dahin.

Messman zufolge sei der Aktienrückkauf ein Baustein innerhalb des Vorhabens, den Shareholder Value zu steigern. Zudem demonstriere der Schritt das Vertrauen des Managements in die finanzielle Stabilität und die strategische Ausrichtung von Novell, hieß es in einer offiziellen Stellungnahme. Messman hatte die ursprüngliche Forderung von Blum Capital, für 500 Millionen Dollar Aktien zurückzukaufen, abgelehnt. Statt eines Rückkaufs wollte Messman die Barreserven des Unternehmens lieber dafür verwenden, die Anwender von der finanziellen Stabilität Novells zu überzeugen. Ende Juli, als das dritte Fiskalquartal abgeschlossen wurde, besaß das Unternehmen knapp eine Milliarde Dollar an kurzfristig verfügbaren Mitteln.

Blum Capital drängt hingegen darauf, das Geld dafür zu nutzen, um Firmen im Linux-Umfeld zu übernehmen und so das Open-Source-Portfolio zu stärken. Außerdem soll sich Novell nach Meinung der Investoren von seinen Firmenjets trennen, die Forschungs- und Entwicklungsabteilung personell entschlacken sowie Legacy-Produkte abspalten. Die Investmentbank CSFB will zudem, dass das Unternehmen sein Consulting-Geschäft abgibt und das Management austauscht. (ajf)