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23.03.2001 - 

Fusion mit Cambridge Technology schafft Fakten

Novell-Chef Schmidt sollte schon lange gehen

MÜNCHEN (CW) - Novells Übernahme des IT-Beratungshauses Cambridge Technology Partners bedeutet für Eric Schmidt den Verlust seines Postens als CEO von Novell an Cambridge-Chef Jack Messman. Gerüchten zufolge ist Novell schon seit August vergangenen Jahres auf der Suche nach einem Nachfolger für Schmidt.

Etwa einen Monat, bevor die Übernahme verkündet wurde, soll Schmidt vom Novell-Board erfahren haben, dass ihm die Kontrolle über das operative Geschäft nun definitiv entzogen werde und die angeschlagene Netzwerk-Company nach einem geeigneten Nachfolger suche. Das berichtet der Nachrichtendienst "Client Server News".

Schmidt soll dieser Quelle zufolge schon vor vier Jahren, als er sein Amt bei Novell antrat, nicht der Wunschkandidat gewesen ein. Als Chief Technology Officer bei Sun Microsystems hatte er bis zu seinem Amtsantritt keinerlei Erfahrung mit der operativen Führung eines Unternehmens vorzuweisen.

Der gelernte Techniker wird sein Amt als Chief Executive Officer (CEO) nun an Cambridge-Chef Jack Messman abgeben, dem Unternehmen aber als Chairman und Chefstratege verbunden bleiben. In vergleichbarer Position befindet derzeit Bill Gates über die Produktstrategie von Microsoft.

Obwohl diese Rolle auf Schmidt besser zugeschnitten sein dürfte als die des CEO, hat er auch hier Kritik zu erwarten. Insider kreiden ihm an, dass er sich zu stark von der einstigen Cashcow, dem Netzbetriebssystem Netware, abgewandt habe. Den Alternativplan, aus Novell eine Internet-Company zu formen, habe er jedoch bisher nicht verwirklichen können.

Schmidt selbst war laut "Client Server News" bei Novell schon seit einiger Zeit nicht mehr ganz bei der Sache. Der Novell-Manager soll an einer Position im Kabinett des Präsidentschaftskandidaten Al Gore interessiert gewesen sein, wo er im Falle einer gewonnenen Präsidentschaftswahl an höchster Stelle für IT-Fragen verantwortlich gewesen wäre. Angesichts dieser Hintergründe halten es unternehmensnahe Quellen für unwahrscheinlich, dass Schmidt seine langfristige Zukunft bei Novell sieht.

Mit Interesse wird nun beobachtet, was der 60-jährige Messman gemeinsam mit den rund 2800 Cambridge-Beratern aus Novell machen wird. Schmidt hatte anlässlich der Fusionsankündigung erklärt, Cambridge werde neue Vertriebswege für Novell-Produkte eröffnen. Die Consultants hatten aber schon seit einiger Zeit keine Novell-Produkte mehr empfohlen. Messman soll diesen Umstand damit begründet haben, dass man den "wahren Wert der Produkte wohl nicht erkannt" habe. Der Cambridge-Manager steht nun in dem Interessenkonflikt, auf der einen Seite den Kunden weiterhin unabhängige Beratung garantieren, andererseits aber die Produkte von Novell verkaufen zu müssen.

McKinsey ist eingeschaltetWie der Nachrichtendienst weiter berichtet, arbeiten seit August letzten Jahres die Investment-Bank Morgan Stanley und die Beratungsgesellschaft McKinsey gemeinsam mit dem Novell-Management in einem Projekt mit dem Codenamen "Napier" daran, Wege für die Realisierung der von Schmidt kreierten "One-Net"-Vision zu finden. De facto sollen schon damals der Kauf eines Beratungshauses und auch die Suche eines neuen CEO auf der Agenda gestanden haben.

Cambridge sei zwar nicht die erste Wahl gewesen, doch Messman, der bereits im Novell-Verwaltungsrat saß, schien für die Position des CEO geeignet. Schmidt selbst zeigte sich vor der Presse sehr offen: "Es gibt eine gewaltige Menge von Fakten, die mich zu dem Schluss brachten, dass Jack für diese Position der bessere Mann ist."