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23.11.2001 - 

CEO Jack Messman tritt auf die Kostenbremse

Novell entlässt 1400 Mitarbeiter

MÜNCHEN (IDG) - Kaum hat Jack Messman die vollständige unternehmerische Führung von Novell übernommen, da tritt der Manager auf die Kostenbremse. Messman, der nun in Personalunion CEO, President und Chairman of the Board ist, entlässt 1400 der rund 6000 Novell-Mitarbeiter.

Etwa 19 Prozent der rund 6000 Arbeitsplätze streicht Jack Messman, der bereits seit Sommer als CEO und President von Novell agierte und jetzt Eric Schmidt auch als Chairman of the Board ablöste. Messman kam mit der Akquisition des Beratungsunternehmens Cambridge Technology Partners zu Novell. Bei der Consulting-Firma hatte er ebenfalls den Posten des CEO und President inne.

Offiziell verkauft Novell die Entlassungen als Restrukturierungsmaßnahmen, mit denen zwei Ziele ereicht werden sollen. Zum einen soll so die Integration von Cambridge vorangebracht werden, zum anderen sei dies eine Reaktion auf den Abschwung im IT-Markt. Die amerikanische Unternehmensführung geht davon aus, dass sich die Branche im Jahr 2002 nur langsam erholt.

Nach eigenen Einschätzungen spart Novell durch die Entlassungen rund 200 Millionen Dollar pro Jahr. Die Restrukturierungskosten beziffern die Netzwerker mit rund 55 Millionen Dollar. Ein Betrag, den das Unternehmen im vierten Quartal des laufenden Geschäftsjahres verbuchen will. Für diesen Zeitraum rechnet Messman mit einem Umsatz von rund 306 Millionen nach 247 Millionen Dollar im Quartal davor.

Die Entlassungen betreffen nach Firmenangaben alle Unternehmensbereiche. Branchenkenner vermuten jedoch, dass vor allem die Consulting-Sparte Novells davon betroffen ist, weil deren Arbeitsgebiete teilweise auch von Cambridge-Beschäftigten besetzt sind. Cambridge selbst brachte in die Ehe mit Novell rund 3200 Mitarbeiter ein, nachdem die Beratungsfirma in diesem Jahr bereits 530 Jobs gestrichen hatte.

In Deutschland sind von den Entlassungen laut Horst Nebgen, Geschäftsführer der deutschen Novell-Dependance, weniger als fünf Prozent der Novell/Cambridge-Beschäftigten betroffen. Ein Grund für die Zurückhaltung beim Personalabbau liegt laut Nebgen darin, dass Novell Deutschland trotz des schlechten wirtschaftlichen Klimas stabile Zahlen vorweisen kann. Im vierten Quartal, so der Manager, vermochte die Company hierzulande ihren Umsatz im Vergleich zu den beiden vorausgegangenen Quartalen sogar zu steigern.

Insgesamt sei das Geschäft von einer Seitwärtsbewegung geprägt gewesen, die ökonomische Situation habe nicht voll auf das Novell-Business durchgeschlagen. Zwar rechnet Nebgen auch 2002 nur mit einer langsamen konjunkturellen Erholung, sieht aber "keinen Anlass zum Trübsal blasen". (hi)