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03.10.1997 - 

Kurse nun auch zu fremden Produkten

Novell gestaltet Bildungsbereich um

Bisher hatte Novell dem Bildungsgeschäft eine eher nebensächliche Rolle zugemessen. Man beschränkte sich auf Produktion und Verkauf der Schulungsunterlagen an die autorisierten Trainingspartner, was nach Darstellung des Unternehmens nicht besonders rentabel gewesen sein soll. Anknüpfend an die geschickte Vermarktung der Abschlüsse Certified Novell Engineer (CNE) und Master-CNE in den vergangenen Jahren, hat man nun anscheinend das Wachstumspotential der Bildungsbranche erkannt. Auf 27 Milliarden Dollar belaufe sich laut Novell der weltweite Umsatz im DV-Bildungssektor bis zum Jahr 2000.

In Den Haag machte Novell mit einem neuen Konzept deutlich, wie es seinen Anteil am Kuchen sichern und vergrößern will. "Infinite Learning" heißt das neue Konzept, daß sich hinter Planet Novell verbirgt. Sogenannte InfiLearning Center sollen die heutigen Novell-autorisierten Trainingspartner ablösen.

Hier findet, so der Wunsch des Netzherstellers, der Interessent mit einem konkreten Bildungsbedarf eine auf seine Bedürfnisse zugeschnittene Wissensquelle. Das Infi-Learning Center bietet zwar weiterhin Schulungskurse im gewohnten Stil mit den Originalunterlagen von Novell an, darüber hinaus weitet sich aber die Angebotspalette aus. So soll die gesamte Bandbreite an Medien vom Instructor Lead Training über einzeln erhältliche Lehrbücher bis zum CBT oder Kursen via Internet verfügbar sein.

Aus Sicht von Novell soll das Infi-Learning Center einem Warenhaus gleichen, in dem derjenige, der Wissen sucht, dieses gezielt und punktgenau in der von ihm bevorzugten Lernart angeboten bekommt. Ergänzt wird dieses Konzept durch neue DV-Systeme für die Bildungseinrichtungen.

Stellensuche via Jobbörse

Kunden können sich zudem eine eigene Web-Seite innerhalb der Internet-Pages der Bildungseinrichtung erstellen. Hier läßt sich der Nachweis über bestandene Zertifikate und besuchte Kurse zusammen mit einem Lebenslauf ablegen. Über eine Jobbörse können Unternehmen ebenso wie Privatpersonen nach einer passenden Stelle oder einem geeigneten Bewerber innerhalb der Novell-Datenbank suchen. In einzelnen europäischen Ländern, so auch in Deutschland, verhandelt Novell außerdem mit Banken über eine mögliche Unterstützung der privaten Schulungsteilnehmer ähnlich einem kreditierten Bafög.

Einzelne Kurse wie der zum CNE oder Master-CNE bleiben trotz umfassender "Bildungsreform" bestehen. Laut Novell haben sich diese "Produkte" als weltweit anerkanntes und einheitliches Zertifikat etabliert. Novell scheint somit erkannt zu haben, daß man mit den Zertifikaten und dem in den vergangenen Jahren entstandenen, flächendeckenden Netz an Bildungspartnern viel mehr Geld verdienen kann, als in der Vergangenheit.

So öffnet Novell seinen Bildungsbereich auch anderen Unternehmen der Netzwerkbranche. Ziel ist es, im Infi-Learning Center ein produkt- und herstellerübergreifendes Angebot zu schaffen. Insbesondere bietet das Unternehmen als spezielle Dienstleistung von der Erstellung der Schulungsunterlagen bis zur Konzeption von Trainings oder CBT-Software das gesamte Potential seiner Bildungsabteilung seinen Kooperationspartnern an.

In Holland präsentierte Novell mit Sun und Netscape erste Partner in diesem neuen Konzept. Schulungsangebote zu entsprechenden Produkten befinden sich in der Vorbereitung. Erstes konkretes Ergebnis der Kooperation stellt die Umstrukturierung des Certified Novell Internet Professional (CNIP) zum Certified Internet Professional dar. In Zukunft besteht dieser Abschluß nur noch zu rund 20 Prozent aus spezifischer Schulung auf Novell-Produkten.

Derzeit denkt man bei Novell darüber nach, eigene Kurse zu Produkten der Konkurrenz anzubieten. Das setzt vor allem den Bildungsbereich von Microsoft unter Zugzwang. Dem Kunden kann mehr Konkurrenz im Bildungssektor nur recht sein.