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Neue Version von Netware NFS


28.02.1992 - 

Novell gibt Aufschluß über die Produktstrategie im Unix-Markt

SAN JOSE/DÜSSELDORF (gfh) - Mit vier Produkten will sich Netzspezialist Novell das Unix-Geschäft erschließen. Das Unternehmen nahm die Vorstellung der Version 1.2 von "Netware NFS", das Unix-Anwender in die Netware-Umgebung einbindet, zum Anlaß, seine Unix-Strategie zu erläutern.

Novells Vorgehensweise stützt sich auf vier Produkte. Die herkömmliche Netware-Software wird bei diesem Konzept von den Unix-nahen Produkten Netware NFS und "Netzware für Unix" sowie von einer noch nicht existierenden netzfähigen Unix-V.4.1-Implementation eingerahmt. Zugriff auf das unter Unix weit verbreitete TCP/IP-Protokoll erhalten die Anwender über die Terminal-Emulation "LAN Workplace", die sowohl für Macintosh-Rechnern als auch für DOS- und OS/2-Systeme ausgeliefert wird (vergleiche Abbildung).

Mit diesem Konzept versucht Novell eigenen Angaben zufolge, die verschiedenen Anforderungsprofile beim DV-Management und bei Endandwendern zu erfüllen. Für beide Benutzergruppen werden sowohl die herkömmliche Netware- als auch eine unixorientierte Umgebung bereitgehalten. Für die bisherigen Netware-Anwender (in der Abbildung links unten) ändert sich dabei nichts.

Endanwendern, die mit dem Unix-Betriebssystem arbeiten, ermöglicht die jetzt vorgestellte Version 1.2 von Netware NFS den transparenten Zugriff auf die Druck- und Dateidienste von Netware 3.11 über das Netware File System (NFS) von Sun Microsystems (in der Abbildung rechts unten). Konnten bisher nur Netware-Anwender auf Unix-Drucker zugreifen, so ist mit der aktuellen Version auch der umgekehrte Weg möglich. Erweitert wurde auch das Gateway "File Transfer Protocol" (FTP), mit dessen Hilfe nun auch der Zugang auf Netware-Server ohne TCP/IP-Dienste möglich wird.

Die dritte zusätzliche Funktion des NFS-Produkts kommt vor allem den Netz-Managern zugute. Mit "X-Console" lassen sich die Netware-Tools in einem Fenster einer grafischen Unix-Oberfläche aufrufen.

Insgesamt, so Robert W. Davis, Marketing-Direktor von Novell, heben die Zusatzfeatures die Einschränkungen der Unix-Anwender in Netware-Umgebungen auf. Dazu gehört, daß DOS- und Unix-Anwender die Dateien des jeweils anderen Betriebssystems aufrufen und speichern können, wobei die verschieden organisierten Zugriffsrechte oder Bezeichnungseigenheiten berücksichtigt werden.

Kein Ersatz für dieses Produkt wird laut Davis das netzfähige Unix-Betriebssystem sein, das derzeit von Univel erstellt wird. Der Grund: Das Produkt des Joint-ventures mit den Unix System Laboratories sei für Kommunikations- und Druckerdienste zu langsam. Davis: "Unix ist ein guter Applikations- und ein schlechter Fileserver."

Aus ähnlichen Gründen ist auch nicht an eine Ablösung der Produktreihe "Netware für Unix" (in der Abbildung links oben) gedacht. Hinzu kommt, daß diese Server-Software als reines OEM-Produkt von den Hardware-Anbietern für deren Rechnerarchitekturen optimiert wird, während das Univel-Unix als Endanwenderprodukt von der Stange gedacht ist.

Netware für Unix ist die einzige Produktreihe, die auch für RISC-Plattformen, etwa von Sun Microsystems und Hewlett-Packard, angeboten wird. Ansonsten beschränkt sich Novell auf den Markt für Intel-Prozessoren. Allerdings schließt Kanwal Rekhi, Novells Unix-Guru und Senior Vice-President der Interoperability Group, ein RISC-Engagement nicht grundsätzlich aus: "Sobald hier Absatzzahlen erzielt werden, die einen Massenmarkt erwarten lassen, werden wir unsere Produkte für diese Architekturen anbieten." Allerdings wolle das Unternehmen noch abwarten, welches der verschiedenen RISC-Systeme sich durchsetzen werde. Als Hintergrund für das verstärkte Unix-Engagement von Novell verweist Rekhi auf die veränderte DV-Situation. In den 80er Jahren habe es Unix nicht geschafft, auch nur annähernd an die Verkaufszahlen von DOS heranzukommen. Doch inzwischen, so der Unix-Spezialist, erlebt die netzbasierte Datenverarbeitung einen Boom.

Mainframer benutzen Netze für Downsizing, so Rekhi weiter, und PC-Anwender wachsen in die Vernetzung hinein. Client-Server-Konzepte begännen Wirklichkeit zu werden, und in der Folge würden die verschiedenen DV-Marktsegmente verschmelzen. Eine "Perestroika" nennt er die grundlegende Umgestaltung, der sich die DV-Industie damit unterzieht. Augenzwinkernd läßt er offen, ob er diesen Vergleich als Hoffnungszeichen sieht oder als Menetekel.