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04.09.2006

Novell in der Identitätskrise

Der Umbau zu einer Linux-Company findet bald ein Ende.

Verglichen mit den Fiskalquartalen eins und zwei des laufenden Geschäftsjahres 2006 kann Novell mit dem dritten Berichtszeitraum (Ende: 31. Juli) zufrieden sein - zumindest ist der Aktienkurs nicht erneut im zweistelligen Prozentbereich abgestürzt. Derzeit beläuft sich die Marktkapitalisierung von Novell auf 2,3 Milliarden Dollar, wobei das Unternehmen 1,3 Milliarden Dollar an kurzfristig verfügbaren Mitteln besitzt. Die eine Milliarde Dollar Differenz entspricht etwa der Phantasie der Anleger in den erfolgreich verlaufenden Umbau von einem Netware- zu einem Linux-Anbieter.

Novell

Q3/2005 Q3/2006 (vorl.)

Umsatz 252 241

Ergebnis 2,1 11,6

Angaben in Millionen Dollar

Solide Zahlen und erneut eine schwache Prognose

Allerdings macht Novell den Investoren auch nur geringe Hoffnungen, dass die Restrukturierung rasch und im Sinne der Shareholder gelingen kann. Zwar fielen die Zahlen zum dritten Fiskalquartal solide aus, doch mit der Prognose für den laufenden Zeitraum lag das Management wie schon vor drei Monaten unter den Erwartungen der Wallstreet. Der Anstieg des Nettogewinns von 2,1 Millionen auf 11,6 Millionen Dollar ist zwar stattlich, jedoch hat Novell in diesem Quartal rund zwölf Millionen Dollar für den Verkauf von Teilen seiner Celerant-Beratungssparte verbucht.

Die Einnahmen im Segment Systeme, Security und Identity-Management stiegen um 14 Prozent auf 63,8 Millionen Dollar. Einen Umsatzzuwachs von elf Prozent auf 15 Millionen Dollar verzeichnete der Bereich Open Platform Solutions (einschließlich Linux-Plattform-Lösungen). Bewegung gab es im Segment Workspace Solutions, das unter anderem Netware und den Open Enterprise Server (OES, mit Netware- und Linux-Kernel) umfasst. Hier sanken die Einnahmen im Jahresvergleich um 14 Prozent auf 84,2 Millionen Dollar. Während der OES jedoch um fast 50 Prozent auf 45,2 Millionen Dollar zulegte, stürzten die reinen Netware-Umsätze von 36,5 Millionen Dollar im Vorjahresquartal auf zuletzt 9,6 Millionen Dollar ab. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis sich Novell entscheidet, den Posten Netware aus der Übersicht seiner Segmentumsätze zu streichen.

Summa summarum reduzierten sich Novells Lizenz- und Wartungseinnahmen um 2,5 Prozent, das Servicegeschäft gab um acht Prozent nach. Interessant ist zudem die geografische Entwicklung: Während die Gesamtumsätze in der Region Amerika geringfügig auf 136,6 Millionen Dollar kletterten, schrumpfte das Geschäft im asiatisch-pazifischen Raum um 14 Prozent. In Europa, dem Nahen Osten und Afrika (Emea) gingen die Einnahmen verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um zehn Prozent auf 83,8 Millionen Dollar zurück. Ein Analyst der Banc of America Securities forderte, dass Novell schnell seine Kosten senkt, um den Verfall der Netware-Umsätze zu kompensieren.

Abgerundet wird die Malaise durch eine Untersuchung der Praktiken bei der Verbuchung von Aktienoptionen. Dies geschehe freiwillig und durch eine unabhängige Institution, gab Novell an. Bisher sind also weder Staatsanwälte noch die US-Börsenaufsicht SEC im Haus. Die Folge der Untersuchung: Der offizielle Quartalsbericht verzögert sich auf unbestimmte Zeit. Daher sind die jetzt genannten Zahlen auch nur vorläufigen Charakters. (ajf)