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23.11.1990 - 

Illegale Software zum Schleuderpreis frei Haus

Novell und das FBI stoppen Raubkopien aus der Mailbox

MENLO PARK (IDG) - Eine verdeckte Operation, die Novell und das FBI im vergangenen Jahr in der Country-and-Western-Stadt Nashville gestartet hatten, führte jetzt zur Beschlagnahme zweier Mailbox-Systeme. Über beide soll ein illegaler Softwarevertrieb gelaufen sein.

Die "Debini"- und die "Wet-Paint" -Mailbox boten einen speziellen Service: Gegen eine geringe Gebühr, die erheblich unter dem regulären Kaufpreis lag, konnten sich die Kunden erfolgreiche Standardsoftware auf den heimischen Rechner kopieren. Auch ein Tausch gegen andere Programme war möglich. Um die Software-Piraten zu überführen, hatten sich Novell-Angehörige, als normale Kunden getarnt, Zugang zu den Mailboxen verschafft und Netware, Wordperfect, Carbon Copy Plus und Reflex überspielt.

Nach den Zahlen, die Novell den Behörden nannte, ist der Erfolg von Nashville nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Danach verbreiten nämlich mindestens 1000 der etwa 50000 öffentlichen US-Mailboxen Raubkopien. Offiziell wollte das Unternehmen Zahlen weder nennen noch kommentieren, nicht die der gegenwärtig verfolgten Fälle und auch nicht die der so entstandenen Netware-Raubkopien.

Die Software Publishers Association (SPA), eine Organisation der US-Software-Industrie, die seit zwei Jahren mit äußerster Härte gegen Software-Piraten vorgeht, erklärte, sie kenne die schwarzen Schafe unter den Mailboxen und überwache sie. Allerdings seien die längst nicht das größte Problem. Die schlimmsten Raubkopierer, weiß SPA-Geschäftsführer Ken Wasch, sitzen in den Großunternehmen. Er schätzt, daß sie für 80 Prozent der Umsätze verantwortlich sind, die die Softwarefirmen durch Raubkopien zu verzeichnen haben. *